Interview: "Sehnsucht und Weitblick" zu verkaufen

"Sehnsucht" und "Weitblick" warben fürs Programm zum Münsterturmjubiläum. Und nun? Stadthaus-Leiterin Karla Nieraad möchte sie verkaufen. In unserem Interview beantwortet sie Fragen zu den Schriftzügen auf dem Stadthaus.

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Stadthaus-Chefin Karla Nieraad hat die Schriftzüge liebgewonnen - verkauft sie aber trotzdem.  Foto: 

Seit Ende Januar prangen auf dem Stadthaus-Dach in mannshohen Lettern die Worte "Sehnsucht" und "Weitblick". Wie waren denn so die Reaktionen?
KARLA NIERAAD: Wir haben damit wirklich sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Man konnte es einfach nicht ignorieren. Große Schriftzüge sind ja ein uraltes Werbemittel, aber es hat wunderbar funktioniert. Als Motiv dürfte es fast um die Welt gegangen sein, es sind Abertausende Fotos davon gemacht worden.

Was hat Stadthaus-Architekt Richard Meier, der als Purist bekannt ist, eigentlich dazu gesagt?
Der fand es prima. Als wir ihm zuvor maßstabsgetreue Skizzen und die Farben gezeigt haben, sagte er sofort: Macht das! Auch mit dem Gerüst hat er kein Problem gehabt. Der Mann ist eh der Coolste von allen.

Sehnsucht oder Weitblick: Was ist Ihr Favorit?
Sehnsucht natürlich - ich bin doch eine Frau (lacht). Sehnsucht, das ist Inspiration und Antrieb. Sehnsucht ist der Anfang von allem.

Das Jahr des Ulmer Münsterturmjubiläums neigt sich dem Ende entgegen. Was geschieht denn mit den Schriftzügen?
Ich verkaufe sie gern, aber nur jeweils als Ganzes. Also keine einzelnen Buchstaben. Ein Wort kostet 10.000 Euro. Wenn ich Unternehmer wäre, würde ich sofort zuschlagen: "Sehnsucht" - und wenn das Wort schon weg wäre, dann eben "Weitblick". Das kann man im Garten aufstellen, auf dem Dach, im Betriebshof, im Firmenfoyer . . . Diese Begriffe schmücken doch jedes Unternehmen.

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