Integrative Donauschifffahrt

Keine klassische Schifffahrt mehr auf der Ulmer Donau? Das soll sich ändern: Die Lebenshilfe-Tochterfirma Adis möchte dazu den "Ulmer Spatz" des Donaukapitäns Kräß erwerben, braucht jedoch Sponsoren.

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Markus Ostheimer am Neu-Ulmer Donauufer, wo der "Ulmer Spatz" liegt: Der Integrationsbetrieb Adis möchte das Schiff unterm Schirm der Lebenshilfe reparieren und restaurieren und 2013 den Fahrbetrieb aufnehmen. Foto: Volkmar Könneke

Pläne über Pläne: Umsatz, Personalkosten, Sachkosten, Liquidität, Finanzierungsmodalitäten, Erlös-Mechanik, Marketingkonzept . . . 50 Seiten, 60 oder gar 70? Markus Ostheimer hat mit Unterstützung des Neu-Ulmer Hochschul-Professors Thomas Hänichen einen Businessplan erarbeitet, der sich gewaschen hat. Bis ins Detail beschreibt der Wirtschaftsingenieur und designierte Geschäftsführer der Alb-Donau-Industrie-Service, kurz Adis (siehe Info-Kasten), wie durch ein von Menschen mit und ohne Behinderungen betriebenes Inklusionsprojekt die kommerzielle Donauschifffahrt wieder flottgemacht werden könnte.

Sie liegt brach, weil die "MS Donau" und der "Ulmer Spatz", die Schiffe des Donaukapitäns Reinhold Kräß mit 150 und 50 Plätzen, technische Abnahmen nicht bestanden haben, also sozusagen auf Grund gelaufen sind und t betriebslos am Neu-Ulmer Ufer ankern.

Seit Monaten laufen hinter den Kulissen Gespräche, unter welchen finanziellen und technischen Bedingungen die Adis den "Ulmer Spatz", also das kleinere der beiden Schiffe, übernehmen und wieder wassertüchtig machen kann. Informiert seien bei durchweg positiven Resonanzen außer den beiden Oberbürgermeistern Ivo Gönner (Ulm) und Gerold Noerenberg (Neu-Ulm) alle direkt oder indirekt beteiligten Personen und Instanzen; bis hin zur Ulm/Neu-Ulm Touristik (UNT), die laut Ostheimer ein über das Solarboot hinausgehendes Bootsfahrtenangebot sehr vermisst.

Die Kernidee ist, dass die Adis in der Ulmer Motorboot- und Segelsportschule vier Angestellte der Lebenshilfe zu Donaukapitänen ausbilden lässt und dazu Menschen mit Behinderungen zu Hilfskapitänen. Mit diesem Personal wäre ein Saison-Schiffsbetrieb von April bis September möglich, sagt Ostheimer. Die Adis möchte den "Ulmer Spatz" erwerben, der dann im Winter in den Neu-Ulmer Werkstätten der Lebenshilfe technisch auf Vordermann gebracht werden könnte.

Der Haken an der Sache: eine bislang noch nicht geschlossene Finanzierungslücke im hohen fünfstelligen Bereich. Ostheimer ist zuversichtlich, Sponsoren aus der Wirtschaft für das Inklusions-Projekt gewinnen zu können, die sich beispielsweise mit ihren Firmenlogos auf den Rückenlehnen der 50 Sitzplätze verewigen könnten. Adis hofft zudem auf Unterstützung durch die Aktion Mensch oder die einschlägigen Serviceclubs. Kontakttelefon (073 31) 442 88 80.

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