Innenstadt-Bewohner lehnen Vorstoß der Wirte zu Schwörmontag ab

Bewohner der Innenstadt halten an der 23-Uhr-Regelung für Schwörmontag fest. Das war die einhellige Meinung bei einer Veranstaltung des Leise-Vereins. Das Vorhaben der Wirte stößt dagegen auf Ablehnung.

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Weil es an Schwörmontag immer wieder zu Exzessen kommt, sollen die Wirte künftig nur noch bis 23 Uhr ausschenken dürfen.  Foto: 

Am Donnerstagabend (18.30 Uhr, Ratskeller) werden die Fraktionen des Ulmer Gemeinderats in einer öffentlichen Veranstaltung über das Konzept „Fair feiern in Ulm“ informiert. City-Marketing und Wirte der Innenstadt wollen damit die erst vor wenigen Wochen vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen für den Schwörmontag in der City kippen. Vor allem versuchen sie das vorgezogene Ende des Ausschanks im Freien auf 23 Uhr rückgängig zu machen.

Die im Verein „Leben in der Stadt“ organisierten Innenstadtbewohner haben den Überlegungen bei einer gut besuchten Veranstaltung am Dienstagabend eine klare Absage erteilt. Alle Redner der etwas mehr als 50 Anwesenden riefen die Stadträte auf, sich zu ihrem Beschluss zu bekennen und sich nicht dem Druck der Wirte zu beugen. Rainer Türke von der Stadtverwaltung versuchte die Versammlung zu beruhigen: „Unsere Linie steht.“

Die Worte hörten die Anwesenden wohl, allein das Misstrauen ist groß. Vor allem die Gastronomen standen im Zentrum ihrer Kritik, seien die doch nur an hohen Umsatzzahlen interessiert. Vor allem deren Klagen, wegen anderthalb Stunden weniger Schankzeit an Schwörmontag in finanzielle Nöte zu geraten, wurde mit Häme kommentiert. „Es ist ja wohl kaum anzunehmen, dass die Wirte wegen der 90 Minuten bankrott gehen“, sagte eine Frau. Und eine andere ergänzte: „Wir können ja sammeln gehen.“

Ursula Girmond vom Verein hatte neben Rainer Türke auch Volker Stier von der Polizei eingeladen, der sich auch entsprechende Kritik anhören musste wegen laxer Kontrollen und zu weniger Fußstreifen, wofür die Anwesenden nur wenig Verständnis zeigten. Stier rechnete allerdings vor, dass die Polizei im vergangenen Jahr insgesamt 1170 Stunden zu Fuß auf Streife gewesen seien. Ein „relativ hoher Wert“, wie er sagte, der allerdings nur wegen der Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei erreicht werde, auf deren Unterstützung der Leiter des Reviers Ulm-Mitte auch im laufenden Jahr hofft. Stier sagte zu, dass die Fußstreifen eher ausgeweitet und obendrein auch mehr Fahrradstreifen eingesetzt werden sollten, wie von den Anwesenden gefordert.

Dies sei schon deshalb notwendig, weil es nicht nur an Schwörmontag Probleme gebe, sondern im Grunde an jedem Wochenende. Auch da hat die Polizei vor allem in den Sommermonaten einen schweren Job zu leisten. Wie Stier sagte, habe das Revier Mitte an durchschnittlichen Wochenenden ohne besondere Veranstaltungen nur vier Streifenwagenbesatzungen im Einsatz, die obendrein nicht nur für die Innenstadt zuständig seien, sondern auch für den ganzen Raum bis Langenau und Amstetten.

Für die Bewohner der Innenstadt aber steht eindeutig eine Verbesserung am Schwörmontag im Mittelpunkt. Und da müsse die Verwaltung einsehen, dass die Stadt nicht zur Partymeile gemacht werden könne, wenn Ordnungsdienst und Polizei nicht in der Lage seien, die Auswirkungen in den Griff zu bekommen, sagte Girmond.

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Kommentare

07.03.2013 11:14 Uhr

Warum gleich ablehnen,

was man noch gar nicht ausprobiert hat. Einen Testlauf mit 23Uhr, wenn`s passt bleibt das so, wenn`s nicht passt muss eine andere Lösung gefunden werden. Tatsache ist aber nunmal, der Lärm der Dreck wird immer mehr, so geht es auf gar keinen Fall weiter.

Und das in der Stadtmitte Ruhe einkehren muss während die Randbezirke bis nach Mitternacht den Lärm hinnehmen müssen, darüber kann auch noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Kann ja nicht sein, daß das Partyvolk um 23Uhr in der City Feierabend macht und in die Randbezirke weiterwandert, und die West- und Oststadtbewohner dann den ganzen Mist bis in die Morgenstunden ertragen müssen.

Oder hat der Innenstadtbewohner jetzt einen höheren Anspruch auf Ruhe alle die Randbezirke?

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