In Ulm fehlen 200 Kita-Plätze

|

„Mit Bestürzung“ hat der Gesamtelternbeirat der Ulmer Kindertagesstätten und Schülerhorte (GEB) zur Kenntnis genommen, dass von September an wohl viele Eltern keine Betreuung für ihren Nachwuchs in Krippe oder Kita bekommen werden. Denn wenn die Stadt nicht schnell gegensteuert, fehlen voraussichtlich 200 Plätze – etwa 150 für drei- bis sechsjährige Kinder  und mehr als 60 für unter Dreijährige. So steht es im Bericht zur vorschulischen Kinderbetreuung 2017/18, der morgen im Jugendhilfeausschuss vorberaten wird.

U3 ist die Lage besser

„Für einzelne Eltern ist das dramatisch“, schlägt Thomas Kammer Alarm. Der GEB-Vorsitzende findet, dass die Lage vor allem im Ü3-Bereich „eine Katastrophe“ ist. Dort sei immer eine leichte Überversorgung mit Plätzen vorgesehen gewesen. „Mit so ein bisschen Luft lief das ganz gut, aber jetzt geht die Luft langsam raus.“ Chancengleichheit und Sprachförderung seien dann Makulatur. Etwas besser sei die Lage bei den unter Dreijährigen: „Das kann man auch mit Tagesmüttern abfangen, das wird sich irgendwie regeln.“

Die Gründe für den Mangel sind eigentlich erfreulich: Seit 2015 werden in Ulm wieder mehr Kinder geboren. Und: Immer mehr Menschen ziehen hierher, darunter viele junge Familien. Der GEB fordert deshalb die Stadt auf, „alle nur erdenklichen Möglichkeiten“ zu nutzen, kurzfristig weitere Kita-Plätze zu schaffen.

Wie das gelingen könnte, darüber hat sich die SPD bereits vor der Sitzung morgen Gedanken gemacht. In einem Antrag an OB Gunter Czisch unterstützt sie die GEB-Forderung und schlägt vor, kurzfristig Betreuungsgruppen in Wohnungen oder leerstehenden Gebäuden einzurichten. Mittelfristig solle die Stadt dort, wo nachverdichtet wird – also im Egginger Weg oder in Wiblingen – Wohnungen als Übergangslösung freihalten. Ansätze, die Thomas Kammer gutheißt, und zwar nicht nur temporär: „Wenn man so einen Bungalow baut, ist das ein wahnsinniger Flächenverbrauch, so etwas geht heute nicht mehr.“

„Kein Kind darf auf der Straße stehen“, schreibt Michael Joukov (Grüne) auf Anfrage für seine Fraktion. Er sei aber sicher, dass das vermieden werden könne. Allerdings: „Mittelfristig braucht Ulm eine Ausbauoffensive für Kindergärten.“ Karin Graf von der CDU sieht bei Ü3 vor allem in Böfingen einen Mangel, wie sie auf Nachfrage mitteilt. Dort fehlen laut Graf 64 Ü3-Plätze. Auch in Wiblingen mangele es, es fehlen 30 U3-Plätze. Vorschläge der CDU: Kurzfristig Notgruppen schaffen und Wohnungen oder städtische Räume als Übergangslösung anmieten; mittelfristig weitere Einrichtungen bauen; mit der städtischen Wohnbaugesellschaft UWS kooperieren; den Betreuungsbedarf U3 erneut abfragen; und eine Personal­offensive seitens der Stadt, da es auch an Erzieherinnen mangele.

„Die Verwaltung bekommt den dringenden Auftrag, da was zu tun“, sagt Gerhard Bühler für die FWG. Auch sie will Wohnungen umwidmen. „Das war in dieser Stärke nicht vorhersehbar. Wir müssen ein Programm entwickeln, um das auf die Reihe zu bekommen“ Und der Linke Uwe Peiker fordert: „Es muss sichergestellt werden, dass genug Plätze vorhanden sind.“ Insbesondere für die Kinder von Asylbewerbern, die ohnehin oft Sprachprobleme hätten, sei das wichtig: „Die müssen unbedingt Plätze bekommen – ohne, dass man deutsche Kinder vernachlässigt.“

Lamentieren hilft nicht

Klar benannt ist es, das Problem, vor dem viele Eltern im Herbst stehen könnten: In Ulmer Kitas und Krippen gibt es nicht genügend Plätze für alle Kinder, die betreut werden müssen. Dass sich der Gesamtelternbeirat darüber ebenso empört wie die Fraktionen am Ratstisch, war zu erwarten. Dass sie fordern, schnellstmöglich gegenzusteuern, auch. Zurecht. Wenn eine Stadt mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf punkten will, muss sie etwas dafür tun.

Dabei hat Ulm bisher nicht geschlafen: Keine fünf Jahre ist die letzte Ausbauoffensive her, mit der die Stadt fast 500 Plätze für unter Dreijährige geschaffen hat – in gut zwölf Monaten. Die lief gut und reibungslos, viele Kitas wurden damals neu gebaut oder erweitert. Bei Bedarf werde man nachsteuern, hatte Günther Scheffold, Leiter der Abteilung Kinderbetreuung, schon 2013 versprochen. Obwohl er da noch hoffte, dass das neu geschaffene Angebot erstmal reicht. Damit, dass immer mehr Menschen nach Ulm ziehen, hätte man zwar rechnen können. Doch dass unerwartet wieder mehr Kinder geboren werden – das hat die Stadt offensichtlich überrascht.

Ganz so gewaltig wie vor fünf Jahren ist die Aufgabe, vor der die Verwaltung jetzt steht, zwar nicht. Dafür muss jetzt alles noch schneller gehen, damit es genug Plätze gibt. Alles Lamentieren hilft ja nichts: Eine zweite Offensive muss her.

Ein Kommentar von Christine Liebhardt.

Ausbau

In der Debatte um ausreichende Kita-Plätze ist die Ganztagsbetreuung ins Hintertreffen geraten. Darüber, dass der Ausbau für Ü3-Plätze aufgeschoben wurde, „bis die Lage sich entspannt“, ärgert sich der GEB-Vorsitzende Thomas Kammer. „Jetzt ist das Gegenteil der Fall.“

Angebot

Das derzeitige Angebot sei unzureichend, findet auch Karin Graf (CDU). Bei den unter Dreijährigen könne man mit 51,6 Prozent der Plätze zwar zufrieden sein. Ü3 müssten aber müssten aber etwa 600 Plätze in Ganztagsplätze umgewandelt werden, „da wir vom Ziel eines fünfzigprozentigen Angebots mit 33,9 Prozent deutlich entfernt sind.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

22.02.2017 14:43 Uhr

NEUE ASOZIALE PLANWIRTSCHAFT !!!

Mittels asozialer Ger-hary-Verschröderung der sozialen Marktwirtschaft
***

Gerhard Schröder ist für Oskar Lafontaine eine Marionette der deutschen Wirtschaft. In einem Gespräch auf Deutschlandradio Kultur über eine neue Biografie, die das Leben des Altkanzlers beschreibt, sagte Lafontaine, die Agenda 2010 sei nicht auf Schröders "eigenem Mist gewachsen" und auch nicht aus der SPD gekommen, sondern das Programm der Arbeitgeberverbände BDI und BDA gewesen. Diese Politik habe dann zum größten Sozialabbau nach dem Zweiten Weltkrieg geführt.

Schröder sei einerseits sehr machtorientiert gewesen, andererseits habe er sich nicht für Programme interessiert, so der Linken-Politiker. Parteiintern sei er durch wiederholte Angriffe auf die SPD aufgestiegen – so habe er auch seine starke Position in den Medien begründet. Es sei eine Schwäche Schröders gewesen, "dass er als Aufsteiger gerne zu denen gehört hat, die (...) die oberen Zehntausend waren, also das Land, wenn man so will, mehr oder weniger auch regiert haben. Und das ist sicherlich auch (...) der große Fehler seiner Kanzlerschaft", sagte Lafontaine.

http://www.deutschlandradiokultur.de/oskar-lafontaine-zur-altkanzler-biografie-schroeder.1008.de.html?dram:article_id=331543

***

Die regierende Plutokratie hat ganz einfach ihre Ger-hardy Marionette der deutschen Wirtschaft zweckes Verschröderung der sozialen Marktwirtschaft in die NEUE ASOZIALE PLANWIRTSCHAFT entsprechend beweget !!!!



UN dieser systematische Betrug am Sozialen des Volkes !,jene (anti S) jener PD hat ja auch bekanntelich zur Partei

– DIE LINKE –

Geführet


-----

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

Antworten Kommentar melden

22.02.2017 14:28 Uhr

Wasele seller Kevin ! beim Becking vergessen hot !!!,

hasch Du immer noch nette gemerkelt !!!????
Ha jetzertle abber !!
Jenes „:
»Leider haben Sie übersehen, dass "früher" ein Einkommen zum überleben reichte, heute reichen oft zwei Einkommen nicht. Deshalb müssen, die Betonung liegt auf müssen, oft beide Elternteile arbeiten.«
(Kevin Becking)

Ist bekanntelich gar nicht von alleine - sozusagen vom Himmel gefallen –
Dafür haben bekanntelich so einige sehr Ger-hardy- hart ! dafür gearbeitet !!!

Sell hat er doch bekanntelich vergessen zu erwähnen !!!: Eben jene systematisch asoziale Ger-hardy-Verschröderung des Sozialen !!! begangen von jener angebelichen „S““PD !!!!

Denn es ging bekanntelich janz jenau darum ! die Reichen systematisch reicher !!, UNd die Armen systematisch ärmer zu machen !!!

UN hat jener systematisch asoziale Ger-hardy jener so asozialen Ger-hardy-Verschröderung des Sozialen
Nicht janz jenau dorten !:

»Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, kurz WEF) ist eine in Cologny im Schweizer Kanton Genf ansässige Stiftung, die in erster Linie für das von ihr veranstaltete Jahrestreffen gleichen Namens bekannt ist, das alljährlich in Davos im Kanton Graubünden stattfindet. Hierbei kommen international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Journalisten zusammen, um über aktuelle globale Fragen zu diskutieren. Diese umfassen neben der Wirtschafts- auch die Gesundheits- und Umweltpolitik.«

https://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftsforum

eben diesen asozialen Erfolg gemeldet !???, indem er sich so Ger-hardy-stark bei jenem Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, kurz WEF so asozial demonstrare bekundete dass er die Löhne in jenen deutschen Landen janz deutelich gesenket hat !!!???? – für den ärmeren Teil des Volkes verstehet sich !!!


-----

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

Antworten Kommentar melden

21.02.2017 19:39 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Es gibt auch noch Mütter,””

Ja, früher musste man auch nicht 3x in den Urlaub, und brauchte keine 2 Autos. Kein wunder müsse beide zum Arbeiten.

Antworten Kommentar melden

21.02.2017 16:23 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Es gibt auch noch Mütter,””

Müssen wirklich beide Eltern durchgehend arbeiten? 3Jahre sind bei einem Erwebsleben von 40 Jahren keine Ewigkeit.Zumal man sie auch zwischen Müttern und Vätern aufteilen kann. Der gewünschte Lebensstandard ist hoch. Vielleicht sollte man eine Weile etwas Bescheidener leben und nicht jedem Konsumtrend hinterherlaufen. Die gemeinsame Zeit mit dem eigenen Kind ist unbezahlbar und kommt. nicht wieder zurück.

Antworten Kommentar melden

21.02.2017 14:50 Uhr

»Leider haben Sie übersehen,

dass "früher" ein Einkommen zum überleben reichte, heute reichen oft zwei Einkommen nicht. Deshalb müssen, die Betonung liegt auf müssen, oft beide Elternteile arbeiten.«
(Kevin Becking)


UN wasele hat seller Kevin !,

beim Becking !!

»Leider haben Sie übersehen, dass "früher" ein Einkommen zum überleben reichte, heute reichen oft zwei Einkommen nicht. Deshalb müssen, die Betonung liegt auf müssen, oft beide Elternteile arbeiten.«

Jenes »die Betonung liegt auf müssen«

Winkings !!!

»to beck ≙ winken !«

https://www.dict.cc/?s=beck

übersehen zu bemerken !!!!?????


-----

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

Antworten Kommentar melden

21.02.2017 14:04 Uhr

Antwort auf „Es gibt auch noch Mütter,”

Lieber Herr Braun, in einigen Punkten gebe ich Ihnen natrülich völlig recht. Leider haben Sie übersehen, dass "früher" ein Einkommen zum überleben reichte, heute reichen oft zwei Einkommen nicht. Deshalb müssen, die Betonung liegt auf müssen, oft beide Elternteile arbeiten. Dies zum einen, zum anderen gibt es heute, erfreulicherweise, sehr viele studierte Frauen, die natürlich auch in ihrem Beruf arbeiten wollen. Das ist richtig so. Der Staat hat hier Verantwortung übernommen und - leider - auf die Kommunen abgewälzt. Deshalb funktioniert das noch nicht so richtig. In anderen Ländern, wie z. B. Finnland hat jeder größere Betrieb einen Kinderhort wo man einfach das Kind tagsüber, man verzeihe mir das Wort, abgeben kann. Wieso gibt es das in Deutschland nur im Promillebereich? Diese Lücke zieht sich in Deutschland vom Hort bis zur Schule, zum Leidwesen der Eltern. Unser Staat gibt im Vergleich in Europa am meisten Geld für die Kinder aus und hat trotzdem die schlechteste Betreuung. Meine Forderung lautet hier schon lange: Kindergeld weg und dafür bis zur abgeschlossenen Ausbildung alles kostenlos: Bücher, Essen, Studium etc. Aber das ist ein anderes Thema!

Antworten Kommentar melden

21.02.2017 11:50 Uhr

Es gibt auch noch Mütter,

die sich zumindest um ihre U3 Kinder selber kümmern können und wollen. Wenn die Politik allerdings allen Frauen einredet, es sei eine Freude möglichst schnell wieder zur Arbeit zu gehen, kommt es zu diesen Engpässen.
Ein Kind hat eigentlich das Bedürfnis, die ersten drei Lebensjahre bei seiner Mutter zu verbringen. Erst danach kommt der Wunsch, mit anderen Kindern im Kindergarten zu spielen. Ene Mutter sollte eigentlich auch das natürliche Bedürfnis verspüren, sich in den ersten Lebensjahren selbst um ihr Kind zu kümmern. Früher war das hier ganz normal und man schimpfte auf das DDR System, wo die Kinder in Krippen gebracht wurden und die Rabenmütter sich nicht viel um ihre Kinder kümmern mussten oder wollten. Wenn man ein Kind bekommt, ist das ein großartiges Ereignis. Man sollte ihm mit Freude begegnen und ihm viel Zeit und Liebe schenken. Dazu gehört nicht, sich möglichst schnell nach einem Krippenplatz umzuschauen. Sie sollten sich auch nicht der Illusion hingeben, die völlig überlasteten Erieherinnen könnten sich optimal um ihr Kind kümmern. Inzwischen werden viele Leute in Crashkursen zu Erzieherinnen umgeschult und auch viele fachfremde pädagogische Hilfskräfte zur Unterstützung eingesetzt.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Amok-Anlage in List-Schule vor dem Austausch

Die Stadt Ulm reagiert auf ständige Fehlalarme in der List-Schule: Falls die elektronische Steuerung nicht sauber repariert werden kann, kommt ein neues System. weiter lesen