Hindenburgkaserne: Im September kommen die Bagger

Am 1. September beginnen die Abbrucharbeiten auf der Hindenburgkaserne. Die Stadt will die Belastungen für die Anwohner möglichst gering halten.

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Die drei Mannschaftsgebäude entlang des Mähringer Wegs und Teile der Panzerhalle bleiben stehen, der Rest des ehemaligen Kasernengeländes (schraffierte Fläche) wird abgerissen.  Foto: 

Eines steht jetzt schon fest. Noch bevor am 1. September die Abbrucharbeiten an der Hindenburgkaserne auf dem Eselsberg beginnen, weiß die Sanierungstreuhand der Stadt, dass die Anwohner stärker belastet werden, als es eigentlich zulässig ist. Eigentlich deshalb, weil es sich bei den Bestimmungen zum Baulärm nur um Richtwerte handelt. Statt der zulässigen 50 Dezibel in reinen Wohngebieten werden bis zu 60 Dezibel erreicht.

Diese Informationen wurden den Eselsbergern am Donnerstag bei einer Info-Veranstaltung im Bürgerzentrum an der Virchowstraße gegeben. Allerdings waren nur 30 Besucher gekommen, die über die in wenigen Wochen beginnenden Abbrucharbeiten informiert wurden. Und die hatten in der Mehrheit zwei Sorgen und einen konkreten Vorschlag.

Der Vorschlag widerspricht dem Plan der Sanierungstreuhand (SAN) der Stadt, mit zwei Abbruchkolonnen zu arbeiten und den Abtransport vom Abbruch selbst zu trennen. Zwei bis drei Lkw sollen pro Stunde den Abraum wegfahren, währenddessen vor allem die besonders laute Meißel-Maschine nicht eingesetzt werden soll.

Durch diese Trennung soll noch mehr Lärm vermieden werden. Einer der Anwesenden verkämpfte sich aber dafür, beides parallel laufen zu lassen. Das würde zwar mehr Lärm bedeuten, was er akzeptiere, dafür aber den Zeitraum der Arbeiten insgesamt verkürzen. Ein Vorschlag, dem niemand widersprach, weshalb ihn die Stadt bei aller Skepsis prüfen lassen will – vor allem auch, was die zusätzliche Verkehrsbelastung auf dem Weinbergweg anbelangt.

 Ein weiterer Nachbar der Kaserne befürchtet, dass im Zuge der Abbrucharbeiten Asbest freigesetzt werden könnte und forderte von der Stadt, Vorsorge zu treffen und Proben zu ziehen, zumal in unmittelbarer Nachbarschaft ein Kinderspielplatz sei. Er konnte sich kaum damit zufrieden geben, dass es im Vorfeld Untersuchungen gegeben hat, sondern wollte dauerhafte Proben auch während der Arbeiten.

Große Sorge gilt der Anzahl der Parkplätze. Auf dem Gelände entlang des Weinbergwegs, von wo aus auch die Hauptzufahrt sein wird, ist eine Tiefgarage geplant. Gerechnet wird – wie vom Gesetz gefordert – mit einem Stellplatz pro Wohneinheit, was einigen der Anwesenden aber zu wenig erscheint. Mit ihrer Anregung, doch mehr Parkplätze vorzusehen, drangen sie bei den städtischen Verantwortlichen aber nicht durch.

Insgesamt werden elf Gebäude abgerissen. Wie Bauleiter Paul Schrade sagte, wird das abgebrochene Material nicht an Ort und Stelle zerkleinert, sondern abtransportiert, um weiteren Lärm zu verhindern.  Neben den drei Mannschaftsgebäuden entlang des Mähringer Wegs bleiben auch Teile der ehemaligen Panzerhalle stehen und werden zu Gemeinschaftsräumen umgebaut. Am westlichen Rand des Viertels soll ein öffentlicher Platz entstehen, in dessen Umfeld sich die Stadt auch die Ansiedelung einer Gaststätte vorstellen kann.

Zeitplan Die Stadt ist gegenüber dem Bund als Verkäufer der Hindenburgkaserne vertraglich verpflichtet, innerhalb eines Jahres mit der Umwandlung des früheren Militärgeländes in ein Wohngebiet zu beginnen. Anwohner hatten bemängelt, dass damit nicht bis zur Fertigstellung der Linie 2 gewartet wurde. Die Stadt ist seit dem 1. Juli Eigentümerin.

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