Ilse Hehn stellt „Sandhimmel“ vor

Gedichte und Übermalungen: Ilse Hehn stellt im Haus der Donau ihren neuen Lyrikband vor.

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Die Liebe sei das Schlüsselwort für ihren neuen Gedichtband, ­Liebe als ein eigenes Spiel, so sagt es Ilse Hehn. Die Liebe als eine „Portion Sand / ein Sandhimmel“ eben oder auch „das kleine grausame Tier“.

Die Autorin und Künstlerin Ilse Hehn lebt schon lange Jahre in Ulm und hat hier schon mehrere Bücher veröffentlicht. Geboren ist sie in Lovrin im deutschsprachigen rumänischen Banat, sie hat Kunst studiert und unterrichtet und 1973 mit ihrem ersten Gedichtband debütiert. Noch in den 1970er Jahren ist sie ins Visier der rumänischen Geheimpolizei Securitate geraten. 1989 siedelt sie nach Deutschland über.

Lyrik und Übermalungen beinhaltet ihr neuer Band „Sandhimmel“, der im Ulmer Verlag Danubebook erschienen ist. Es ist Ilse Hehn wichtig, festzustellen, dass ihre Übermalungen von bekannten Motiven aus der Kunstgeschichte keine Bebilderungen sind für die Gedichte. Es sei genau umgekehrt. Zuerst hat Ilse Hehn, die im Schreiben wie im Malen zuhause ist, zum Beispiel Otto Dix‘ „Tänzerin Anita Berber“ übermalt, dann dazu das Gedicht „Sandhimmel“ geschrieben.

In den Gedichten spreche nicht das Ich, so sagt die Lyrikerin, vielmehr sei es „die Person im Bild, die spricht“. Das Lyrische Ich ist also die Figur – oder auch eine Landschaft –, die von einem Maler geschaffen wurde.

Kleiner Werkstattbericht

Im Haus der Donau, wo Ilse Hehn am Mittwochabend ihr neues Buch vorstellte, projizierte sie nicht nur ihre Übermalungen an die Wand, sie erzählte auch, was ihr angesichts der Bilder von Dix, Klimt, Schiele, Rothko, Manet, Hopper, Klee und anderen mehr in den Sinn kam. Unter der Hand bekam der Zuhörer auf diese Weise einen kleinen Werkstattbericht geschildert, der an die Gedichte heranführte. Das half beim Hören und Verstehen ungemein.

Ilse Hehns Gedichte sind im formalen Sinne nicht artifiziell. Metrik und Reime gibt es kaum, Metaphern meidet sie ebenfalls. Der titelgebende „Sandhimmel“, eine schöne und sinnfällige Metapher für die Liebe sowie das an die konkrete Poesie angelehnte Gedicht „Winter“, sind die Ausnahme.

Auf die Liebe hob auch Jürgen Böckeler auf dem Saxophon ab, wenn er mit Titeln wie „Only You“ und „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn‘“ den Lyrikabend musikalisch einrahmte.

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