IHK und Bundesbank klären über Falschgeld auf

Fühlen, Sehen, Kippen – nach dieser Regel kann man Falschgeld von echten Scheinen unterscheiden. Wie das geht, hat die Bundesbank auf einer Schulung in Ulm gezeigt.

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Alles falsches Geld: Diese Blüten wurden in Deutschland aus dem Zahlungsverkehr gezogen.  Foto: 

Angela Beutel von der Deutschen Bundesbank hält ein ganzes Bündel aus Geldscheinen in der Hand. Jeder davon ging in Deutschland über Ladentheken – bis er aus dem Verkehr gezogen wurde. Denn die Scheine sind gefälscht.

Damit die Blüten künftig häufiger erkannt werden, veranstaltet die IHK Ulm Falschgeldschulungen: Dort zeigen Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank, wie man Falschgeld erkennt. Im Publikum sitzen Menschen, die täglich mit Bargeld zu tun haben, etwa aus dem Einzelhandel und der Gastronomie.

Für den Schnelltest gibt es ein einfaches Prinzip: Und das heißt „fühlen, sehen, kippen – oder abgekürzt FSK“, erklärt Werner Veser, Verwaltungsleiter der Ulmer Filiale der Bundesbank. Gerade das Fühlen lässt sich schnell und unauffällig an der Kasse erledigen. Ist der Schein echt, spürt man erhabene Stellen. Außerdem bestehen Banknoten aus einem Baumwollgemisch, das fühlt sich anders an als Papier. Veser rät, immer mehrere Sicherheitsmerkmale zu überprüfen, denn „Fälschungen, die alle wesentlichen Merkmale in guter Imitation enthalten, sind bisher nicht vorgekommen.“

Kippt man den Schein also zusätzlich, kann man auf den neuen Scheinen zum Beispiel die Smaragdzahl auf der Vorderseite überprüfen: Je nach Blickwinkel verändert sich die Farbe bei einer echten Banknote von Smaragdgrün zu Tiefblau. Das Wasserzeichen wird am besten im Gegenlicht sichtbar.

In der Schulung geht ein falscher 20-Euro-Schein durch die Reihen. Teilnehmerin Kristina Nußbaumer, die ein Café und einen Spielwarenladen in Blaustein betreibt, nimmt ihn in die Hand. Ob sie den gefälschten Schein erkannt hätte? „Ja, ich glaube, das Papier ist anders als bei einem echten Schein“, sagt sie. Im Alltag ist die Überprüfung aber schwieriger: „Es ist viel los, viele bezahlen – das ist das Problem“, sagt Nußbaumer: „Es ist schon erschreckend, wenn man bedenkt, wie viel Falschgeld es gibt.“

2015 waren es in Deutschland 95 400 Scheine im Gesamtbetrag von rund 4,4 Millionen Euro, die aus dem Verkehr gezogen wurden. Am meisten werden die mittleren Scheine gefälscht, also die 20er- bis 100er-Euro-Banknoten.

Ist eine Blüte identifiziert kommt die Frage auf: Wie verhält man sich als Kassierer? Zunächst sollte das Falschgeld einbehalten werden, berichtet Veser. Gibt man es dem Kunden zurück, macht man sich selbst strafbar. Dann muss die Polizei verständigt werden. Besonders wichtig ist aber: „Spielen Sie nie den Helden“, rät Veser: „Wenn der Täter sich sträubt, lassen Sie ihn rennen – Sie wissen nicht, wie gewaltbereit er ist.“

Merkmale der Euro-Scheine

Sicherheitsmerkmale Die einzelnen Sicherheitsmerkmale der Euro-Scheine sind auf der Webseite der Deutschen Bundesbank zu finden. Jeder Schein hat seine Eigenheiten, dazu kommen Unterschiede zwischen der ersten Euro-Serie und der neuen Europa-Serie, die seit Mai 2013 eingeführt wird. Die Sicherheitsmerkmale wurden in den vergangenen Jahren durch neue Technologien verbessert.

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