IHK setzt auf Erfolg der Sprachkurse

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Armin Speidel leitet die Koordinierungsstelle Flüchtlinge der IHK.  Foto: 

Die IHK ist mit ihrer Koordinierungsstelle Flüchtlinge regional einer der wichtigsten Ansprechpartner in Sachen berufliche Integration von Migranten. Der Leiter Armin Speidel gesteht einerseits ein, dass die Erwartungen in Sachen Berufsausbildung zu hoch waren: „Wir waren alle etwas zu positiv.“ Andererseits sei er zuversichtlich, dass im laufenden Jahr die Zahl der Flüchtlinge hochgeht, die mit guten Erfolgsaussichten in regionalen Firmen untergebracht werden. Das liege vor allem daran, dass 2017 insgesamt 102 Flüchtlinge ein relativ hohes Sprachniveau von B 2 erreichen werden. Sie hätten gute Chancen auf eine Einstiegsqualifizierung, die bei späterer Übernahme in eine Lehre das erste Lehrjahr ersetzen soll. Bei Zwick, wo die Erfahrungen trotz guter Absichten zuletzt gemischt waren, wolle man einen syrischen Jura-Studenten in einem Praktikum mit dem Ziel Zerspanungsmechaniker unterbringen.

Speidel verschließt gleichwohl nicht die Augen vor der Realität. Viele Flüchtlinge wollten unter Umgehung einer Ausbildung sofort in Helfertätigkeiten arbeiten, um Geld zu verdienen. Damit wollten sie aber oft nur finanzielle Kriterien für den Nachzug ihrer teils gefährdeten Familien erfüllen: „Die sind nicht geldgeil.“

Die Bilanz der Koordinierungsstelle zum Ende 2016 sieht wie folgt aus: Im ersten Lehrjahr befanden sich 21 Flüchtlinge in Ausbildung, weitere 20 in einer Einstiegsqualifizierung. Insgesamt konnten 925 Flüchtlinge durch Beratungen, Schulveranstaltungen, Unternehmensbesuche und Werkstatttage erreicht werden. Von 142 durch Kümmerer betreuten Migranten konnten 90 in ein Praktikum vermittelt werden.

 Im laufenden Jahr rechnet die IHK mit einer deutlichen Zunahme bei den Ausbildungszahlen, vor allem wegen der über einen längeren Zeitraum erworbenen Sprachkenntnisse, aber auch einer besseren Berufsorientierung. Vor diesem Hintergrund wollen sich nach Speidels Worten auch mehr Betriebe in der Ausbildung von Flüchtlingen engagieren. Ansprechpartner sind drei Kümmerer: für die Stadt Ulm Elena Flügel, Telefon (0731) 173-344; für den Alb-Donau-Kreis Thomas Fleckenstein, Telefon 173-317 und für Biberach Manuel Manz.

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