IHK fordert: Bundesstraße 10 soll aus der Umweltzone raus

Die IHK fordert die Herausnahme der B 10 aus der Umweltzone. Der Stop-and-Go-Verkehr auf der Umfahrung treibe die Schadstoffe nach oben. Das Regierungspräsidium weist auf eine neue Rechtsprechung hin.

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Über die B 10 sollen wieder alle Fahrzeuge, egal mit welcher Umwelt-Plakette gekennzeichnet, fahren dürfen. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm geht. Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle fordert in einer Mitteilung die Herausnahme der Bundesstraße aus der Umweltzone. „Ulm hat kein Problem mehr mit Feinstaub“, erklärt Sälzle. „Das zeigt der Abbau der Messeinrichtungen an den straßennahen Messstellen mit besonders hoher Schadstoffkonzentration.“

Tatsächlich erhebt die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) inzwischen nur noch in der Böblingerstraße zwischen B 10 und Hauptbahnhof Messwerte. Die Messstationen in der Karl- und Zinglerstraße wurden abgebaut. Die Feinstaubwerte lagen in den vergangenen drei Jahren mit durchschnittlich 19 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. In Karl- und Zinglerstraße lagen die Stickstoffdioxid-Werte dagegen über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm.

Nach Meinung der IHK helfe allein ein kontinuierlicher Verkehrsfluss, den Schadstoffausstoß, gerade von Stickstoffdioxid, zu senken. Daher sei es kontraproduktiv, wenn Fahrzeuge ohne grüne Plakette auf die Ulmer Tangente über Kuhberg und Eselsberg geleitet werden. Die Strecke sei etwa vier Kilometer länger. Aufgrund der zahlreichen Steigungen und häufigen Kreuzungen mit Ampelschaltung gebe es mehr Brems- und Anfahrtsvorgänge als auf der B 10.

Erst 2013 wurde die „Stadtautobahn“ B 10 in die Umweltzone aufgenommen. „Damals wurden an mehreren Stellen entlang der B 10 Grenzwertüberschreitungen festgestellt“, berichtet ein Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) in Tübingen. Konkrete Fristen, wann die Werte erneut überprüft werden müssen, gebe es aber nicht. Aber es gebe aufgrund der neuesten Rechtsprechung in Zukunft Veränderungen. Das RP müsse auch Ulm strengere Auflagen machen, bis wann die Stadt Emmissions-Ziele erreiche. „Das läuft nur in enger Abstimmung mit der Stadt.“ Die aktuelle IHK-Forderung kenne das RP nicht.

Sälzle nutzte die Gelegenheit und positionierte sich auch in der Auseinandersetzung zwischen dem Verkehrsministerium und der Handwerkskammer Ulm. Darin geht darum, ob Baufahrzeuge mit Partikelfiltern nachgerüstet werden müssen (wir berichteten). Aufgrund der geringen Feinstaubbelastung sehe die IHK „keine rechtlichen Voraussetzungen“ für die Durchsetzung der Verordnung in Ulm.

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Kommentare

23.08.2015 23:51 Uhr

IHK forderte auch vehement Schwachsinn 21 ...

mit unlauteren und illegalen Methoden, ging jedoch mit ihrem angeblichen geballten Sachverstand nicht nur vor Gericht kräftig Baden.
S21 - ohne die Neubaustrecke - entpuppt sich immer mehr als größenwahnsinniger, milliardenteurer Rückbau der Bahninfrastruktur in Stuttgart, ohne erkennbaren Nutzen.

http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Stuttgart-21-bringt-IHK-vors-Gericht-id9014321.html

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22.08.2015 18:05 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Sie haben keine Ahnung, und davon sehr...

"[...] hat man dort so viele Ampeln mit Vorrangschaltungen für den ÖPNV eingebaut [...]"

Ja, so ein Unding, gell? Busse, mit denen sehr viele Menschen unterwegs sind, bekommen VOR Ihnen grün, obwohl Sie doch alleine im Auto sitzen. Da tipp ich Ihnen solidarisch doch auch gleich an Ihre Stirn.

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22.08.2015 13:48 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Sie haben keine Ahnung, und davon sehr viel...”””

Warum giften sie beide sich an? Sie haben doch beide Recht: Die IHK war der Hauptbremser der (etwas überdimensionierten) Straßenbahnpläne, und die Stadt Ulm ist der Schuldige für die vielen Ampelstopps.

Erst baut man eine Umgehungsstraße (Berliner Ring), damit der Verkehr aus der Stadt rauskommt und im Laufe der letzten Jahre hat man dort so viele Ampeln mit Vorrangschaltungen für den ÖPNV eingebaut, das es DURCH die Stadt meist sogar schneller geht... Da tipp ich mir doch an die Stirn

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22.08.2015 12:06 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Sie haben keine Ahnung, und davon sehr viel...””

ne Herr Hahne, bei ihnen scheint das doch keine Ironie oder ähnliches zu sein, da hilft auch kein Smiley. Sie meinen ihren Blödsinn den sie schreiben tatsächlich ernst.

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22.08.2015 11:03 Uhr

Antwort auf „Sie haben keine Ahnung, und davon sehr viel...”

"...Ihren Verweis auf Tempo 30 deute ich mal als ahnungslosen Sarkasmus..."

Wenn Sie "ahnungslosen" streichen stimmt`s ;)

Schade das es hier keine Smilies gibt wie "Achtung jetzt kommt ein Witz" oder "Ironie an"+"Ironie aus". Aber das wird schon, auch in diesem Forum einer Wald und Wiesen Zeitung, wie man an Ihrem Beitrag erkennen kann.

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22.08.2015 10:57 Uhr

Sie haben keine Ahnung, und davon sehr viel...

das Radfahren ist auf dieser Straße erlaubt wenn kein Radweg vorhanden ist, z.B. zwischen Blautal und Donautal. Zeigen sie mir mal einen Radfahrer, der freiwillig den Eselsberg auf der Tangente hochstrampelt und nicht den Radweg benutzt. Die können sie sich tagsüber an einer Hand abzählen.
Ihren Verweis auf Tempo 30 deute ich mal als ahnungslosen Sarkasmus...

Was Herrn Sälzle und seinen Zwangsmitglied-Wählerverein angeht:
Die Kompetenz in Verkehrsfragen ist doch sehr eingeschränkt, was durch die Ablehnung des 5-Linien-Plans 1999 und die Ablehnung der Tram nach Böfingen sowie vor kurzem zum Eselsberg und Kuhberg seit Jahren eindrucksvoll bewiesen wurde...
Aber Hauptsache, der Sälzle kommt mit dem dicken Daimler ohne Verzögerung und andere Schikanen in die hauseigene Tiefgarage an der Olgastraße.

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22.08.2015 08:29 Uhr

.

"...Die Strecke sei etwa vier Kilometer länger. Aufgrund der zahlreichen Steigungen und häufigen Kreuzungen mit Ampelschaltung gebe es mehr Brems- und Anfahrtsvorgänge als auf der B 10..."

Das hat sich bald erledigt, weil es die nächsten Straßen sein werden, die in eine Tempo-30-Zone umgewandelt werden. Die immer zahlreicher werdenden Radfahrer und Mopeds auf dieser Strecke blockieren eh schon die "freie Fahrt", trotz Radweg. ;)

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