IHK fordert Straßenausbau

B 311 und B 31 sind in den Augen der IHK Ulm die wirtschaftlich wichtigste Ost-West-Straßenverbindung nach Südbaden im Land. Die Kammer fordert von Grün-Rot in Stuttgart Verbesserungen im Ausbau.

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Ausrufezeichen! Klein, aber feuerrot! Durch sie markiert die Ulmer Industrie- und Handelskammer in ihrem "Leitbild Verkehr" ihre vordringlichen Forderungen zur Infrastruktur auf Straße und Schiene an Bund und Land. Die IHK-Vollversammlung hat dieses Leitbild, eine Fortschreibung aus dem Jahr 2000, unlängst verabschiedet.

Dies geschah vor dem Hintergrund neuer Verkehrsprognosen, die bis 2025 weitere Steigerungen der Mobilitätszahlen voraussagen. Dies gelte sowohl für die Kilometerleistungen auf der Straße als auch auf der Schiene, sagen IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle und der bei der Kammer für Fragen der Verkehrsplanung zuständige Jonas Pürckhauer.

Das Verkehrs-Leitbild der IHK bezieht sich auf drei Bereiche: Bundesstraßen, Landesstraßen, Schienen. Scharfe Kritik übt Kammerchef Sälzle an der Landesregierung. Wie berichtet, wirft er Verkehrsminister Winfried Hermann vor, Interessen der hiesigen Region unter den Tisch fallen zu lassen - und zwar auf kaltem Weg. Niemand in der Region sei gefragt oder informiert worden, dass die beiden von der Kammer als vordringlich angesehenen Ausbauprojekte im Zuge der B 311 - Querspange Erbach, Umfahrung Unlingen - auf die lange Bank geschoben worden sind. Sälzle: "Das Land verabschiedet sich an diesem Punkt von den Pflichten, die die Vorgänger eingegangen sind."

Ungeschriebenes Gesetz sei bisher gewesen, dass die gut ausgebauten Bundesstraßen B 311 und B 31 als Verlängerung Richtung Freiburg eine früher mal geplante Autobahn durch den Südschwarzwald ersetzen sollten. "Es wäre ein Schwabenstreich, jetzt an der B 311 aufzuhören, nachdem es an der B 31 bereits deutliche Verbesserungen gegeben hat", sagte Sälzle. Der Regierungsbezirk Tübingen weise eine der spärlichsten Autobahndichten in Deutschland auf. Forderung mit Ausrufezeichen daher: Die Querspange Erbach und die Ortsumgehung Unlingen gehören wieder in die höchste Dringlichkeitsstufe.

Dort sieht die IHK auch den durchgehenden Ausbau der A 8 auf sechs Fahrstreifen, der alles in allem auf einen ordentlichen Weg sei. Bis auf eine Ausnahme, kritisiert Sälzle: "Das Land klammert den Albaufstieg zwischen Mühlhausen und Hohenstadt aus. Er ist praktisch planfeststellungsreif. Doch es fehlt eine Finanzierung". Der Ausbau sei auf 400 Millionen Euro taxiert. Das Land müsse sich mit dem Bund auseinandersetzen, "denn bleiben kann dieses Nadelöhr nicht".

Ebenfalls mit dem roten Ausrufezeichen der Vordringlichkeit versehen: der direkte Anschluss des Container-Bahnhofes und des Gewerbegebiets Ulm-Nord an die A 8.

Letztes Dringlichkeitsprojekt bei Bundesstraßen auf der Liste der IHK: die Ortsumfahrungen von Ringschnait, Ochsenhausen und Edenbachen im Zuge der B 312 im Landkreis Biberach. Vordringlich, weil diese Bundesstraße die einzige leistungsfähige Ost-West-Verbindung von der Schwäbischen Alb über Biberach ins Illertal und der Zubringer für die A 7 (damit auch für die A 8 und die A 96) sei. Pürckhauer sagte, der Leidensdruck der verkehrsbelasteten Gemeinden und des Transportverkehrs sei so groß, dass die Städte Biberach, Ochsenhausen, der Landkreis Biberach und die IHK bereit seien, die Planungskosten für die Umgehungen in Höhe von zwei Millionen Euro vorzufinanzieren.

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Kommentare

07.10.2012 14:30 Uhr

Erinnerungen

Erinnern wir uns doch, dass der amtierende Verkehrsministererhebliche erhebliche Mittel für dem Straßenbau zur Finanzierung seines Kampfes gegen die Bahnprojekte sowie für seinen ausufernden Personalzuwachs im Verkehrsministerium zweckentfremdet.

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06.10.2012 17:53 Uhr

Antwort auf „plötzlich fordert die IHK ...”

Diese Forderungen wurden sehr wohl auch bei Schwarz-Gelb immer wieder gestellt.

Die IHK muss ja irgend etwas tun, um die Zwangsmitgliedschaften und daraus resultierenden Zwangsbeiträgen rechtfertigen zu können.
;)

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06.10.2012 13:20 Uhr

plötzlich fordert die IHK ...

sind all die Dringlichkeiten plötzlich entstanden?
plötzlich nachdem wir eine neue Regierung haben?
was hat die alte Regierung gegen den Straßennotstand gemacht?
warum hat die IHK sich nicht bei Schwarz-Gelb derart um die Straßen im Ländle gekümmert?

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