Hommage an Beuys

48 Stunden Performance nonstop. "Energieplan" heißt die Hommage an Joseph Beuys, die vier Künstler von morgen an im Labor des Roxy zeigen.

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Im Labor des Roxy wird gewerkelt. Ein Klavier ragt aus einem Erdhaufen, der auch noch einen Bildschirm beherbergt, daneben sind die Innereien eines TV-Gerätes in einem Drahtverschlag zu sehen, der nicht von ungefähr an einen Hasenstall erinnert. "Elektrohase" nennt Tommi Brem das Objekt. Brem ist einer der Künstler, die sich mit Ihrer Performance "Energieplan" an etwas wagen, was der Künstler Joseph Beuys als erweiterten Kunstbegriff vor mehr als 30 Jahren postulierte. Jeder Mensch könne zum Künstler werden , allerdings nicht mit seinen alltäglichen Verrichtungen und seinen vielleicht selbstgemalten Bildern. Sondern wenn er es Kraft geordneter Gedankenfolgen und tragfähiger Begründungen schafft, für seine Kreationen und Entscheidungen im weitesten Sinne die Verantwortung zu übernehmen.

Dieses Postulat wollen der Musiker Reinhard Köhler, der Medienkünstler Tommi Brem und die Tänzer Paolo Fossa und Giada Scuderi in ihrer 48-stündigen Performance - Mitinitiatorin Angela Raith fehlt krankheitshalber - mit Leben füllen. Im Wortsinn: "Auch wenn unsere Performance 48 Stunden dauert: Sie ist kein Tanzmarathon. Getanzt wird auch, aber nicht nur." Und der Rest? "Wir sind präsent, wir leben, schlafen, putzen uns die Zähne und schauen, was sich aus der Energie zwischen uns, dem Publikum und dem Raum entwickelt."

Doch so ganz spontan und ohne Netz gehen die Vier nicht an das Projekt ran. "Wir haben natürlich auch einiges an Szenen vorbereitet", sagt Köhler. Nur: Ob und wann diese Sequenzen zum Einsatz kommen, stehe nicht fest. "Wir haben da so Module entwickelt, die aber nur dann umgesetzt werden, wenn wir uns da im Moment einig sind." Der Musiker hofft auch darauf, dass sich die Performance über weite Strecken ohne diese Module entwickelt. "Das kommt auf die Energie an, die da entsteht."

Energie? "Energieplan". Auch der Titel der Performance spielt auf Beuys an. "Energy plan for the western man" hieß eine Vortragsreise des Aktionskünstlers in den USA. Und der Elektrohase ist natürlich ein Reminiszenz an seine Aktion "Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt". 48 Stunden. Wer soll sich das alles am Stück anschauen? "Das muss man auch nicht. Die Besucher zahlen nur einmal Eintritt und können dann kommen und gehen wann sie wollen, auch mal dazwischen eine Pause einlegen", sagt Köhler.

Info Die Performance "Energieplan" beginnt morgen, Freitag, 21 Uhr, im Labor des Roxy.

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