Hochschule Neu-Ulm hilft Studenten in Kenia beim Durchstarten

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Kenianische Studenten beschäftigen sich mit erneuerbaren Energien – hier einer Solaranlage. Auch im Startup-Projekt der Hochschule Neu-Ulm spielt das Thema eine wichtige Rolle.  Foto: 

Mit einem mobilen Solarwagen als Basis für strombasierte Dienstleistungen fährt ein Kleinunternehmer in Äthiopien durch Gegenden ohne Stromanschluss. Er bietet Menschen im ländlichen Raum Internet an, aber auch die Möglichkeit, ihre Handys aufzuladen. Seine Ein-Mann-Firma ist eines von insgesamt zwölf Startups, die seit 2014 in dem nordostafrikanischen Binnenstaat dank eines Projekts der Hochschule Neu-Ulm (HNU) und der äthiopischen Arba Minch University entstanden sind.

Gemeinsam mit der Kenyatta University in Nairobi geht die HNU nun ein ähnliches Projekt in Kenia an.  Es geht darum, Studenten bei der Gründung von Startup-Unternehmen unter die Arme zu greifen. „Unser Engagement in Äthiopien war sozusagen die Blaupause“, sagt Projektleiter Thomas Bayer, Direktor des Instituts für Dienstleistungsmanagement an der HNU. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesentwicklungshilfeministeriums finanziert und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Es ist auf vier Jahre angelegt.

Neu ist der stärkere Praxisbezug, sagt Bayer. „Wir wollen innovative Ideen von Anfang an mit interessierten Partnern aus der Wirtschaft zusammenbringen.“ Außer den Professoren, Dozenten und Studenten der HNU sitzen  etwa auch eine Solarfirma aus Dettingen und ein auf die Verarbeitung von Aluminium spezialisiertes kenianisches Unternehmen mit im Boot. Nächste Woche fliegt Bayer mit einigen Studenten in das ostafrikanische Land. Als Projekttrainer will man den bis dato 40 am Projekt beteiligten kenianischen Studenten das notwendige betriebswirtschaftliche Know-how vermitteln. 22 Business-Ideen wurden eingereicht. „Wir wollen nun gemeinsam mit kenianischen Dozenten Strategien entwickeln, wie diese Ideen umgesetzt werden können.“

Besonders das Feld der erneuerbaren Ideen steht im Fokus – aber nicht ausschließlich: Auch Projektvorschläge zur Möbelherstellung seien eingegangen, ebenso wie zu E-Learning-Verfahren.

Zehn Tage lang unterstützen die Ulmer die Kenianer vor Ort. Jedes Jahr sollen dann weitere Studierende die Möglichkeit bekommen, Projektvorschläge einzureichen. Im November wird es zudem eine Konferenz geben, um die Ideen Industrievertretern vorzustellen und so auch möglichen Investoren näher zu bringen.

Studenten-Boom Die kenianische Hochschulbildung hat in den letzten Jahren eine rasante Wachstumsphase erlebt. Heute gibt es dort sechsmal mehr Hochschulen als noch vor zehn Jahren. Laut Deutschem Akademischem Austauschdienst führten demografischer Wandel und kostenlose Schulbildung dazu, dass sich die Zahl der Studenten allein in den Jahren von 2012 bis 2014 verdoppelt hat.

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