„Freiwillige Praktiker“ helfen, wenn mal das Türscharnier klemmt

Projekt „Die freiwilligen Praktiker“ sucht neue Mitstreiter. Mitzubringen sind  Geschick für kleine handwerkliche Tätigkeiten für Menschen mit wenig Geld.

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Das Aufhängen einer Lampe gehört zu den handwerklichen Tätigkeiten, die das Projekt „Die freiwilligen Praktiker“ für Menschen mit kleinem Geldbeutel bietet  Foto: 

Mal ist es ein tropfender Wasserhahn, mal ein kaputtes Türscharnier, mal eine neue Lampe oder eine Vorhangstange, die aufgehängt werden sollten. Wer aber selbst kein handwerkliches Geschick hat und auch niemanden kennt, der das übernehmen könnte, für den gibt es  „Die freiwilligen Praktiker“. Diakonie und Caritas arbeiten für das Projekt Hand in Hand, das ein Angebot für Menschen mit wenig  Einkommen ist, die handwerkliche Hilfen benötigen.

„Es geht um kleine Tätigkeiten, für die Handwerker schwer zu bekommen sind“, erklärt Martina Mayer von der Diakonie. Seit fünf Jahren gibt es das Projekt, dessen Federführung jetzt bei der Diakonie ist. Der Helfer-Pool ist auf vier Männer zusammengeschrumpft. Daher hofft Mayer, neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Gefragt sind Menschen mit handwerklichem Geschick und Lust, sich ehrenamtlich zu engagieren; das Werkzeug wird gestellt. Nur ein Auto sollten Interessenten haben, weil die Einsätze in Ulm und im Alb-Donau-Kreis sind. Während ihrer Tätigkeit sind die Freiwilligen haftpflicht- und unfallversichert, Fahrtkosten und Auslagen werden ersetzt.

Improvisation gefragt

„Wir machen das ganze Spektrum: von Holzarbeiten über Elektro und Küche bis Wasser. Wir tauschen Leuchtmittel, montieren Rollos, befestigen Hängeschränke, helfen beim Aufbau von Kleinmöbeln“, berichtet Wilhelm Martens von der Arbeit. Seit vier Jahren ist er  freiwilliger Praktiker. Von Berufs wegen war er vor dem Ruhestand Ingenieur und hat sich sein handwerkliches Wissen in seinem Eigenheim angeeignet. Eine wichtige Erfahrung, die er gemacht hat: „Je billiger Möbel sind, desto mehr handwerkliches Geschick erfordert der Aufbau.“

Das bestätigt sein Mitstreiter Walter Theisges, studierter Physiker, Hobby-Heimwerker und seit drei Jahren mit großem Spaß ehrenamtlich engagiert. „Wir sind sehr kreativ und können gut improvisieren. Die größte Herausforderung ist jedes Mal, die beste Lösung für den jeweiligen Menschen zu finden mit dem Werkzeug und dem Material, das wir haben,  und dass es möglichst nichts kostet.“ Und das in Fällen, in denen ein „normaler“ Handwerker sagen würde: Das muss ausgetauscht werden.

Dabei sind die freiwilligen Praktiker findig und erfolgreich. Der Nebeneffekt: „Die meisten Menschen, zu denen wir kommen, sind hocherfreut und zutiefst dankbar für die Hilfe“, berichtet Walter Theisges.  Und für ihn selbst hat die Tätigkeit auch ihren Reiz: „Ich komme dabei mit Menschen zusammen, die ich sonst nie treffen würde.“

Die Ehrenamtlichen sind keine Konkurrenz zu Handwerkern: „Wir übernehmen nur kleine Sachen“, betonen sie. Wer also eine ganze Küche aufgebaut oder die Wohnung gestrichen haben möchte, ist hier fehl am Platz. „Wir reparieren auch keine elektrischen Geräte.“

Wer die Dienste in Anspruch nehmen möchte, wendet sich an die Diakonie, die klärt die Aufträge und vermittelt den Kontakt zu einem ehrenamtlichen Praktiker. Wichtig auch zu wissen: Die Auftraggeber bezahlen das Material und einen Unkostenbeitrag von fünf Euro pro Einsatz.

Info Kontakt zu den „Freiwilligen Praktikern“ gibt es über die diakonische Bezirksstelle, Grüner Hof 1 in Ulm, Tel. (0731) 153 85 00 oder per Mail unter mmayer@kirche-diakonie-ulm.de. Auch Interessenten, die sich selbst ehrenamtlich handwerklich engagieren wollen, können sich dort melden.

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