Hilfe im Behördendschungel

Horrorszenarium Formblatt: Ohne Antrag ist staatliche Hilfe nicht möglich, durch Sprachdefizite oder in Stresssituationen sind manche Menschen damit aber überfordert. Ehrenamtliche der Caritas helfen.

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Ursula Metschan hilft beim Ausfüllen von Anträgen.  Foto: 

Für viele Menschen sind amtliche Formblätter der reine Horror, zumindest aber ein Buch mit sieben Siegeln. Manche schauen sich die Blätter dabei erst gar nicht erst an, wieder andere verzweifeln fast, weil sie so viele davon ausfüllen müssen.

Diesen Menschen bietet die Ulmer Caritas Hilfe an. Egal ob Anträge für Hartz IV, Wohngeld oder Kindergeld, die ehrenamtlichen Mitarbeiter nehmen sich Zeit, um gemeinsam mit den Betroffenen die Formblätter in aller Ruhe auszufüllen. "Natürlich helfen auch die Mitarbeiter im Jobcenter beim Ausfüllen, doch die haben nicht immer die Zeit und Geduld wie unsere Ehrenamtlichen", sagt Caterina Marrone. Sie ist für die Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter der Caritas verantwortlich.

Der Service kommt bei den Betroffenen gut an - und immer mehr Menschen suchen und bekommen Hilfe von der Caritas. Deshalb braucht der Wohlfahrtsverband noch mehr ehrenamtliche Mitarbeiter. Ursula Metschan ist seit zwei Jahren dabei. Die 66-Jährige arbeitet einmal in der Woche am Empfang der Caritas, hilft beim Ausfüllen von Anträgen und arbeitet beim Projekt Kulturloge mit. Das Projekt unterstützt Menschen mit wenig Einkommen, damit sie kulturelle Veranstaltungen besuchen können. Je nach persönlichen Interessen werden die vorhandenen kostenlosen Eintrittskarten verteilt.

"Ich bin seit drei Jahren in Rente", erzählt Ursula Metschan. "Mein ganzes Berufsleben lang habe ich immer viel organisiert und hatte mit Menschen zu tun." Als sie in der Zeitung las, dass die Caritas Ehrenamtliche suchte, fühlte sie sich gleich angesprochen. "Die Arbeit hier ist genau das Richtige für mich." Bevor sie zum ersten Mal jemanden beraten durfte, bereitete die Caritas sie mit Schulungen auf ihre Tätigkeit vor.

Einmal in der Woche kommt Ursula Metschan jetzt von Senden nach Ulm, um anderen zu helfen, ihre Probleme zu lösen. "Die Menschen sind nett und dankbar, dass ich sie unterstütze." Die Rentnerin liebt Kontakte zu Menschen und hat auch keinerlei Berührungsängste.

Auch der Austausch mit anderen Ehrenamtlichen ist ihr wichtig. Einmal im Jahr veranstaltet die Caritas einen Ausflug und eine Weihnachtsfeier für ihre Ehrenamtlichen. "Dieses Jahr waren wir am Bodensee. Das war schön", schwärmt Metschan.

Für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Caritas müssen Interessierte Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen, außerdem sollten sie offen für alle Menschen sein. PC-Kenntnisse seien zwar gut, heißt es, sind aber je nach Einsatzgebiet nicht zwingend nötig. Für die Antragshilfe benötigten die Mitarbeiter beispielsweise nur einen Stift, für die Verteilung der Eintrittskarten der Kulturloge sollten sie dann allerdings schon Computergrundkenntnisse haben. "Wir schulen unsere Ehrenamtlichen je nach Bedarf, und wenn jemand überhaupt nicht an den Computer ran will, ist das auch kein Problem", sagt Caterina Marrone dazu. "Wir finden für jeden das richtige Ehrenamt."

Info
Wer Interesse an einem Ehrenamt bei der Caritas Ulm hat, der kann sich an Carola Schlecker wenden. Sie ist erreichbar unter Tel. (0731) 140 18 46 oder auch per E-Mail an schlecker@caritas-ulm.de.

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