Hier schlägt das neue Hightech-Herz der Polizei

4,6 Millionen Euro Baukosten und die allermodernste Technik – im Ulmer Polizeipräsidium wurde am Dienstag das neue Führungs- und Lagezentrum eingeweiht.

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Polizeipräsident Christian Nill war der Stolz über das ambitionierte Bauprojekt im dritten Stock des „Neuen Baus“ anzumerken: „Unser Führungs- und Lagezentrum (FLZ) ist das Maß aller Dinge, auch über Baden-Württemberg hinaus.“ Da konnte sich Staatssekretär Martin Jäger als Vertreter der Landesregierung nur anschließen: „Wir sind in Ulm jetzt wirklich gut aufgestellt, der Testlauf beim Besuch der Kanzlerin am Freitag hat gezeigt, dass wir auch für große Lagen bestens gerüstet sind.“

Große Lagen, das ist der harmlos klingende Begriff für Geiselnahmen, Amokläufe, Terroranschläge. Schon im Normalbetrieb ist Hektik der Normalzustand in den hellen, lichtdurchfluteten Räumen unter dem Dach des Renaissancebaus an der Neuen Straße. 450 Einsätze werden hier Tag für Tag im Schnitt koordiniert, von der Unfallaufnahme über die Diebstahlsmeldung bis zur Fahndung nach Entflohenen. Im Ernstfall kann das neue FLZ zur Koordinationsstelle für 55 Polizisten und Helfer aufgerüstet werden, die Informationen bewerten, filtern und weitergeben. Der Amok-Alarm an der List-Schule sei ein erster Härtetest für das Zentrum gewesen.

Interaktive Monitore

Im Inneren der komplett ausgebauten Räume (Bauzeit: 16 Monate, Kosten 4,6 Millionen Euro) wurde jede Menge Hightech verbaut. Prunkstück ist die Software, die jeden der jährlich rund 130.000 Notrufe grafisch auf einer Karte darstellt. In Sekundenbruchteilen können die Mitarbeiter reagieren und etwa nahe Streifenwagen zum Einsatzort dirigieren. Oder auf einem interaktiven Monitor Unfallstellen orten und präzise Umleitungen planen. Und das im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Ulm in den Kreisen Alb-Donau, Heidenheim, Göppingen, Biberach und der Stadt Ulm.

Dementsprechend viele Vertreter von Polizeidienststellen, Helfern und Verwaltungen waren Dienstagvormittag nach Ulm gereist, um das „technische Highlight, auf das wir stolz sein dürfen“ (Christian Nill) zu besichtigen. Der Polizeipräsident und sein Team begrüßten neben den Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD), Jürgen Filius (Grüne) und Sascha Binder (Geislingen, SPD) auch Ulms OB Gunter Czisch und Rabbiner Shneur Trebnik.

Sie alle konnten sich überzeugen, wie schnell es den Diensthabenden nun gelingen kann, sich einen Überblick auch in komplexen Situationen zu verschaffen. Im System sind Pläne und Telefonnummern von 150 Gemeinden, 718 Jagdbezirken und mehr als 13.300 Gebäuden vom Bahnhof über das Krankenhaus und die Bank bis zur Schule hinterlegt.

Der „Polizeiführer vom Dienst“ und sein Team geben vom obersten Stockwerk des Neuen Baus, natürlich klimatisiert und mit schusssicherem Fensterglas gesichert, Verkehrswarnmeldungen heraus, bearbeiten Presseanfragen und bespielen die sozialen Medien.

„Nach vielen Wochen und Monaten auf der Großbaustelle“, freute sich der Personalratsvorsitzende Peter Vietz, sei nun alles fertig. Und auch Christian Nill lobte seine Mitarbeiter, die mit Mengen von Staub gekämpft hätten: „Sie haben diese Phase tapfer gemeistert.“

Zentralisierung Mit der Umsetzung der Polizeistrukturreform in Baden-Württemberg zu Jahresbeginn 2014 ist die Polizei des Landes mit einer neuen Aufbauorganisation gestartet. Die Führungs- und Lagezentren (FLZ) bei den Präsidien wurden in diesem Zuge ausgebaut oder erneuert und auf den aktuellen technischen Standard gebracht. Für die Planung und Umsetzung dieses FLZ wurde eigens eine eigenständige Projektgruppe, bestehend aus Mitarbeitern des Amtes Vermögen und Bau Ulm, der Polizei sowie Vertretern freiberuflicher Ingenieure eingerichtet. In rund 16 Monaten Bauzeit wurde im historischen „Neuen Bau“ Räume und Technik untergebracht, die auf dem modernsten Stand sind.

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