Herrgott, wirf Hira ra!

70, 50, 70, 40, 50 – wer auf der B 28/B 10 von Neu-Ulm nach Ulm fährt, wird meschugge vor Tempolimits. Es lebe der Schilderwald!

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Keine Frage, die B 28/B 10 ist marode. Schnee und Eis haben der vierspurigen Straße zugesetzt. Nicht nur, dass sich die üblichen Schlaglöcher aufgetan haben – regelrechte Wannen sind auf den jeweils rechten Spuren nach Norden und in den Süden entstanden. Verschwände dort ein Kleinwagen, niemand wunderte sich. Nun, die Fahrbahnen wurden notdürftig ausgebessert – was so viel heißt wie: Wer seine Reifen schonen will, sollte besagte Strecke großräumig umfahren.

Insofern ist eine Tempobegrenzung angebracht. Mit der Betonung auf: eine. Wer momentan die Bundesstraße Richtung Ulm fährt, fährt allerdings auf einen Schilderdschungel zu, der einem rauschhaften Zustand entsprungen sein muss. Wie anders lässt sich erklären, dass die Verantwortlichen auf einer Strecke von geschätzten 800 Metern mit vier (!) Geschwindigkeitsbegrenzungen die geistige Flexibilität der Autofahrer testen?

Wir kommen von Senden auf der B 28/B 10 und bremsen herunter auf Tempo 120, 100, 80 und schließlich 70. Das war schon immer so, das kennen wir nicht anders. Nach der Auffahrt Europastraße ist jetzt nur noch Tempo 50 drin, wegen der Schlaglöcher. Und das ist gut so, weil es rumpelt. 200 Meter weiter darf der Autofahrer wieder beschleunigen, eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h ist jetzt erlaubt. Wahrscheinlich wegen der Radaranlage, die man wohl nicht umstellen wollte. 300 Meter gilt also Tempo 70! Dann ein Schild, das den Autofahrer wieder abbremsen lässt: 40. Wegen Straßenschäden auf der Adenauer-Brücke. Hat man die Brücke hinter sich, taucht rechts das Ortsschild Ulm auf. 50.

Okay, Fasnet müsste irgendwann vorüber sein – auch in den für die Geschwindigkeitsbegrenzungen verantwortlichen Ämtern. Geblieben sind freilich die Schilder, die für Kopfschütteln bei den Autofahrern sorgen. 70, 50, 70, 40. Warum nicht einfach 40 von der Auffahrt Europastraße bis zum Ortsschild Ulm? So aber wird gebremst, Gas gegeben, um anschließend wieder zu bremsen . . .

Wie hieß doch gleich das Programm des Kabarettisten Vince Ebert? Denken lohnt sich. Bisweilen.

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Kommentare

22.02.2013 10:15 Uhr

Pubertärer Freiheitsdrang

Da trifft sich pubertärer Freiheitsdrang mit einem bürokratischen Regulierrausch und dieses eher unfreiwillige Kabarett hat einiges zu bieten außer vernünftigen Argumenten, mit denen ein solcher Schilderwald bald gelichtet wäre.
Wem die Schwemme schlechter Nachrichten noch nicht genügt, weiss nun, wo er sich weiteren Kick für seine Adrenalinproduktion verschaffen kann. Dann noch viel Vergnügen.

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21.02.2013 10:54 Uhr

Antwort auf „Sonst nix im Hirn?”

Als die Intelligenz verteilt wurde, sind Sie ja auch ziemlich schnell auf die Bremse getreten oder wie soll man diese Zeile verstehen?

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21.02.2013 07:57 Uhr

eins, zwei, drei, jetzt ists vorbei

mit der Autoraserei: von Lehr bis Tomerdingen durchgehend 100 km/h. jetzt muss nur noch ordentlich geblitzt werden, damit die Schilderproduktions- und Aufstellkosten wieder reinkommen ;-)

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18.02.2013 18:50 Uhr

Sonst nix im Hirn?

Die Vollgas- und Kopfleer- Fraktion hat auch was zu schreiben?

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18.02.2013 09:08 Uhr

Antwort auf „Freiheitsapostel?”

Na so ganz stimmt Ihre Aussage nicht mit den 40 km/h. Auf der Adenauerbrücke ist schon seit über einem Jahr 40 km/h, aber daran hält sich keiner.

Wundert mich, dass die Stadt Ulm und Neu-Ulm hier keine Blizer hinstellt. Eine Einnahmequelle gleich für 2 Städte!

Wieso denn eine "streckenabhängige elektronische Autobahnmaut"? Das ist im Betrieb viel zu teuer und Telekom und Co. verdienen sich deppert damit.

Nene lieber eine Vignette wie in der Schweiz! Da gibt es nur ein Model und das kostet pro Jahr 200 €! Da können die Holländer und Skitouristen ruhig auch was zahlen!

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17.02.2013 22:58 Uhr

Das war mir schon lange einen kabarettistischen Text wert

Aber: Niemand hat's ghejuckt.
Fahr mal von Ulm nach Erbach - Du wirst meschugge.

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17.02.2013 22:21 Uhr

Seit Jahrzehnten so geregelt?

Eigentlich müssten sie es besser wissen! Bisher war nach dem Tunnel 100 km/h bis Lehr und dann ohne Limit bis Ende Dornstadt und dem Anfang der normalen Landstraße als zweispurigem Ausbau.
Sie können ja auch heute schon mit maximal 120 km/h auf den Autobahnen fahren, wenn es ihnen beliebt!
Warum sie allerdings ihre persönlichen Vorlieben auf alle anderen Bürger übertragen wollen, erschließt sich mir nicht ganz. Gegen einen streckenabhängige Maut statt der KFZ Steuer hätte ich auch nichts. aber dann auf allen Straßen!

Sollten sie ihre Berufung außerhalb der Religion gefunden haben, um unregulierten Straßenverkehr und den dazu notwendigen gesunden Menschenverstand, zu verbieten?
Immer schön den Behördenvertretern hinterherhecheln, Jim Rocket?
Klingt für mich nach Blockwartmetalität!

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17.02.2013 22:15 Uhr

Antwort auf „Freiheitsapostel?”

Seh ich genau so, Herr Rocket!
Dann sind endlich die mit ihren billigen Blechkisten runter von der Autobahn, und die linke Spur kann wieder Standesgemäß benutzt werden. Wenn dann noch der Sprit endlich bei 2,50/Liter und mehr ist, verschwinden auch die letzten Öko`s und Billigblechbetreiber von den Straßen. So kommt man dann mit 120 deutlich schneller voran, als jetzt mit den ganzen "och was das alles kostet. Autofahren kann ich mir bald nicht mehr leisten" -Fraktionen auf den Straßen ;)

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17.02.2013 19:34 Uhr

Freiheitsapostel?

Was wäre denn angemessen, Herr Gärtner? die B10 Richtung Geislingen ist seit Jahr(zehnten) so geregelt - wieso stört Sie das plötzlich?

Die Limits in NU haben IMHO mit der Tatsache zu tun, daß eine kurzfristige Reparatur bei derzeitigen Temperaturen nicht möglich bzw. unsinnig wäre. Also bliebt nur 40km/h.

Gerade vorhin wollte sich einer Ihrer "Kollegen" nicht dran halten und fuhr mit geschätzt Tempo 80 durch die Schlaglöcher ... seinem Auto tut es mir nicht leid, aber kleiner werden die Löcher durch die Rowdies auch nicht

für mich: Tempo 120km/h auf Autobahnen und endlich eine streckenabhängige elektronische Autobahnmaut - auch in Deutschland! hoffentlich bald!!

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17.02.2013 18:45 Uhr

Und so gehts weiter!

Möchte man durch Ulm Richtung Geislingen weiterfahren, kommt die nächste "Rauschphase" eines Sachbearbeiters in Tübingen. Zunächst 50 km/h innerhalb Ulms, dann 60 km/h auf der B10 bis nach dem Tunnel. Dann geht es mit 70 km/h weiter bis zur Abzweigung Lehr. Ab dort gilt das unglaubliche Tempo 100 km/h bis zur Autobahneinfahrt München/Stuttgart. Dann darf bis nach Dornstadt ca. 1500 Meter ohne Limit beschleunigt werden, um anschließend auf 100km/h und damit Landstraßentempo heruntergebremst zu werden.
Wer hat den zuständigen Sachbearbeitern in den Regierungspräsidien nur diese speziellen holländischen Teebeutel im Büro untergeschoben? Ob die Begründungen für diese Regelungsorgie, Straßenzustand und Feinstaubbelastung, fadenscheinig sind oder einfach nur Ulm beim Büromikado der Straßenplaner verloren hat, weiß ich natürlich nicht. Doch falls jemand die dafür verantwortlichen Damen oder Herren als Fahrzeuglenker antreffen sollte, wäre ein Drogentest sicherlich angebracht.

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