Herr Zopfs Friseurmuseum

Das Lebenswerk eines Norddeutschen hat in Neu-Ulm eine Bleibe gefunden: Dort eröffnet im Januar ein Museum für Haarkultur.

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In 30 Jahren hat Herr Zopf 6000 Exponate zur Friseurgeschichte zusammengetragen. Foto: Volkmar Könneke

Nein, er sei nicht traurig, dass sein Museum in Eckernförde (nahe Kiel) ausgeräumt, die Sammlung verpackt und weit in den Süden (nach Neu-Ulm), verlagert werde. Antwortete Herr Zopf unlängst einer Reporterin des NDR. Die ließ nicht locker und hakte Minuten später nach: Ob er wirklich immer noch nicht traurig sei? Nein, wieso sollte er?

In Neu-Ulm wurde extra für sein Friseurmuseum ein neues Gebäude erstellt, das mehr Platz bietet, jedenfalls genug für die 6000 Exponate, die Herr Zopf in 30 Jahren suchte, fand und zusammentrug: alte Rasiermesser, Trockenhauben, Perücken, Spiegel. Zu seinen liebsten Stücken gehören ein 100 Jahre alter Fön und eine Barttasse für Linkshänder (ein Steg quer über die Tasse verhindert, dass der Bart durch das Getränk benetzt wird). Herr Zopf ist mittlerweile 70 Jahre alt und froh, einen Ort gefunden zu haben, an dem sein Lebenswerk der Nachwelt erhalten bleibt: auf dem Areal des Orange Hotels, neben der Deutschen Friseurakademie (DFA), die einen sechsstelligen Eurobetrag in den Neubau steckte - und im Gegenzug die Sammlung geschenkt bekam. Eröffnet wird das Museum am 7. Januar.

Es soll helfen, die Ehre des Frisörs wieder herzustellen. Der einst hochangesehene Beruf sei heute der Handwerksberuf mit dem schlechtesten Image, sagt DFA-Geschäftsführer Harald Gloning. Er meint: zu unrecht. Indem er mithilfe des Sammlers die Vergangenheit in Erinnerung ruft, soll neue Leidenschaft für den Beruf geweckt werden.

Herr Zopf ist kein typischer Vertreter dieser Zunft. Er hat keinen Meisterbrief, ist nicht Friseurmeister - auch wenn dies mitunter so verbreitet wird. Er ist "zwischendurch mal Frisörlehrling gewesen", landete aber als Berufsschullehrer auf einer Fachschule für Sozialpädagogik, später auf einer Berufsschule. Sein Hang zu dem haarigen Handwerk geht auf Kindheitserlebnisse zurück: Seine Eltern waren Frisöre, er war von klein auf mit im Salon. "Der Rest ist historische Neugier", sagt Herr Zopf, der keinen Zopf trägt, mit vollem Namen Heinz Zopf heißt und seinen Nachnamen geschickt für PR-Zwecke zu nutzen weiß, indem er ihn in den Namen des Museums einfließen lässt.

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