Herausragende Session von Philharmonischem Kammerorchester und Joo Kraus

Es war ein Klangerlebnis besonderer Art, als die 13 Musiker des Philharmonischen Kammerorchesters auf Joo Kraus und seine Band trafen. Das Zusammenspiel von Jazz und Barock, E- und U-Musik war grandios.

|
Grandioses Zusammenspiel: Trompeter Joo Kraus und die Musiker des Philharmonischen Kammerorchesters.  Foto: 

Als Ende Januar 1987 im Podium des Ulmer Theaters die Jazzoper "Transatlantic" von Georges Antheil Premiere hatte, spielte in dem vierköpfigen Orchester auch ein gewisser Joachim Kraus mit. Dirigent Kreso Pascuttini hatte den jungen Studenten bei der Ulmer Knabenmusik entdeckt und ins Theater gebracht, wo er auch bei Opern im Orchestergraben aushalf und in der Band von "Cabaret" spielte. Nun kehrte der preisgekrönte und international bekannte Trompeter Joo Kraus als musikalischer Leiter von "The Black Rider" ans Theater Ulm zurück.

Kraus und Konzertmeister Tamás Füzesi haben sich ein gemeinsames Konzert ausgedacht, das am vierten Advent mit dem 5. Kammerkonzert der Spielzeit im voll besetzten Stadthaus stattfand. Die 13 Musiker des Philharmonischen Kammerorchesters trafen auf Joo Kraus und seine dreiköpfige Band. Im Zusammenspiel ist eine "Ulm Session" von herausragender Qualität entstanden. Immer wieder sich neu aufeinander einlassend, befeuern sich diese wunderbaren Musiker gegenseitig zu einem Klangerlebnis besonderer Art. Streichersound und Cembaloglanz mischen sich mit Softtrompeten- und Pianoklang samt zarten Drumsoli.

Mit Auszügen aus der Ouvertüre VI in g-Moll von Philipp Heinrich Erlebach begann der Abend. Allein diesen Barockkomponisten aus dem ostfriesischen Esens wiederentdeckt zu haben, lohnte den Konzertbesuch. Doch als Joo Kraus während der "Air la Plainte" plötzlich mit seiner Trompete zarteste Jazztöne über den Streicherklang fliegen ließ, war dem Zuhörer bewusst, dass er einem ganz besonderen Konzertabend beiwohnte.

Mit ebensolcher Nonchalance begleiteten die Philharmoniker ihrerseits Kraus und seine Band bei den Sting-Klassikern "Englishman in New York" und "Russians". Mit "Hausmusik" alias "Dip-dip-House" und "Shelter" steuerte der Trompeter auch Eigenkompositionen bei. Veit Hübner am Bass, Ulf Kleiner am E-Piano und Tommy Baldou an den Drums auf der Seite von Joo Kraus mit Trompete und Flügelhorn sowie Tamás Füzesi und Eduard Sonderegger als Solo-Violinisten samt den weiteren Streichern und Alwina Meissner am Cembalo auf der anderen Seite gelang die Symbiose von E- und U-Musik bestens.

Nach einer Hommage an Miles Davis swingte das von Sonderegger bravourös gespielte Violin-Konzert G-Dur von Telemann ebenso wie "Beat it" von Michael Jackson, der Barbra-Streisand-Song "A Child Is Born" und "Die Pavane für eine tote Prinzessin" von Ravel. Eine jazzige Version von "O Du fröhliche" und eine spezielle Version von "Stille Nacht" zollten dem nahenden Weihnachtsfest ihren Tribut zum Abschluss dieses grandiosen Konzertabends.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Handwerk: Edle Gravur rund um die Uhr

Florentin Mack beherrscht die seltene Kunst des Guillochierens. Die wellenförmigen Schnittmuster führen zu einer reizvollen Lichtbrechung – etwa auf dem Zifferblatt. weiter lesen