Herakles und Pippi

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Also traten sie alle zumindest kurz auf in der Inszenierung des Schulprojekts "Spielt Euch . . . Antik" am Theater Ulm mit Schülern.

Doch bis es soweit kommt, müssen noch einige Familiendramen, Schlachten und schicksalhafte Wendungen durchlebt werden. "Spielt Euch . . . Antik" ist eine Collage aus Szenen von "König Ödipus", "Ödipus auf Kolonos", "Antigone", "Herakles" und "Die Trachinierinnen". Die verschiedenen Teile haben je eine oder zwei Schulen übernommen, eigenständig eingeübt und unter der Leitung von Barbara Frazier und Martin Borowski, der auch mitspielt, zu einer abwechslungs- und temporeichen Collage zusammengesetzt. Dabei offenbart das Tragische im besten Sinn seine komischen Seiten, wie etwa der Kampf Herakles gegen den nemeischen Löwen, der zu einer überaus dynamischen Turneinlage mit gewaltiger Löwenmähne-Perücke wird.

Die Inszenierung besticht durch eine Fülle von Ideen und musikalischen Einlagen, wenn etwa ein zehnköpfiges Schülerorchester Szenen begleitet. Und Ironie gehört auch dazu - antike Dramen sind nicht jugendfrei? Ödipus heiratet seine Mutter, das könne man nicht zeigen, wenn viele Jugendliche im Podium sitzen - sagt der blinder Seher.

Das Überragende aber ist die Homogenität der Aktion der nun wirklich unterschiedlichsten Altersklassen. Deutlich wird dabei, wie der antike Dramenstoff zusammenhängt und wie sich einzelne Schicksale durch Generationen und verschiedene Dramen ziehen. Aktuell ist der Stoff allemal, wenn IS-Kämpfer oder Flüchtlinge auftauchen. Fazit: Alles gab es schon immer, und nichts davon scheint je zu verschwinden. Viel Applaus für die Schüler (Bertha-von-Suttner-Gymnasium, Scholl-Gymnasium, Schubart-Gymnasium, Kepler-Gymnasium, Lessing-Gymnasium, Montessori-Volksschule).

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