Helmut Föll - Leuchten-Experte und Lichtdesigner

Luft und Licht - zwei Elemente, die das Leben prägen. Dem einen, dem Licht, widmet sich Helmut Föll. Mit seiner Ein-Mann-Firma Föll Lichtdesign hellt er das Leben auf - ob in Wohnungen, Büros oder in der Gastro.

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  • Helmut Föll ins Designer-Licht gesetzt - in seinem Leuchtenstudio umgeben von Lampen renommierter Hersteller. Darunter und unter einer Wände schmückenden Leuchte eine Lampe, die sich durch Handdrüberstreifen dimmen, ein- und ausschalten lässt. Neben dem gezackten Licht eine Deckenleuchte flach wie eine Flunder. Fotos: Oliver Schulz 1/4
    Helmut Föll ins Designer-Licht gesetzt - in seinem Leuchtenstudio umgeben von Lampen renommierter Hersteller. Darunter und unter einer Wände schmückenden Leuchte eine Lampe, die sich durch Handdrüberstreifen dimmen, ein- und ausschalten lässt. Neben dem gezackten Licht eine Deckenleuchte flach wie eine Flunder. Fotos: Oliver Schulz Foto: 
  •  Die gezackte Leuchte. 2/4
     Die gezackte Leuchte. Foto: 
  • Die flache Deckenleute. 3/4
    Die flache Deckenleute. Foto: 
  • Eine Lampe, die sich durch Handdrüberstreifen dimmen, ein- und ausschalten lässt. 4/4
    Eine Lampe, die sich durch Handdrüberstreifen dimmen, ein- und ausschalten lässt. Foto: 
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Wer Ansprüche formuliert, läuft Gefahr, arrogant zu wirken. Helmut Föll (46) stellt Ansprüche nicht zu knapp. An sich - und seine Kundschaft. Im Lichte betrachtet trägt er aber nicht den Hauch von Hochnäsigkeit vor sich her.

Föll gehört dort in Ulm ein Lampenstudio, wo die Weststadt hart auf Söflingen prallt: in der Königstraße. Dass er sein Geschäft seit 1999 abseits der großen Einkaufsströme betreibt und das auch noch mit Erfolg, ist auf einen dieser Ansprüche zurückzuführen. "Ich will keine große Laufkundschaft, keine Verkaufstheke. Dann bräuchte ich Personal und es käme das zu kurz, was mir das größte Anliegen ist: Meine Kunden sollen die Leuchte finden, die nicht jeder hat." Der Mann schwatzt keinem was auf. Er will überzeugen mit dem, von dem er selber überzeugt ist. "Auf den Preis schau ich erst mal gar nicht."

Föll entwirft - "oft zusammen mit den Herstellern" - ganze Beleuchtungskonzepte für private Wohnungen ebenso wie für Büros, die Gastronomie oder kleinere Industrieanlagen. Er versteht sich als Lichtberater. Nicht als Lampenverkäufer, der er nach absolvierter Elektrikerlehre im Außendienst eines Leuchtenherstellers und später im Elektrogroßhandel war. "Ich wusste früh, dass Licht mein Ding ist", sagt er. Um ebenso früh zu erkennen: "Für meinen Wunsch nach Selbstständigkeit fehlte mir noch einiges an Technik - aber auch an Rhetorik." Den Anspruch an sich selber erfüllte der gebürtige Söflinger, indem er erst die Elektriker-Meisterprüfung machte und dann den Betriebswirt baute.

In der Zeit als Verkäufer im Großhandel ging Föll ein Licht auf: Es gibt einen gar nicht so kleinen Kundenkreis, der jenseits von Massenware und Mainstream das Bedürfnis hat nach Fachberatung, dem an Qualität liegt, der sich Exklusivität leistet. Föll wollte diesen Ansprüchen, dem Verlangen nach dem Besonderen, genügen. 1999, ausgerechnet in einer Phase wirtschaftlicher Rezession, war es daher soweit: Er machte sich selbstständig. Wobei für ihn von Anfang an feststand: "Ich möchte frei agieren. Also alleine." Das Ein-Mann-Unternehmen war geboren.

Design-Möbelläden wie Behr in Ulm oder Domino in Neu-Ulm hatten in dieser Zeit zugemacht. Noble Ausstattungsgegenstände wie teure Lampen drohten Mangelware zu werden in der Stadt. "Das war mein Glück", erinnert sich Föll. "Denn normalerweise kriegst Du als kleiner Pimpf diese Ware gar nicht her." Angesichts des ausgedünnten Marktes bekam er den Fuß in die Türen fast aller noblen Leuchtenhersteller aus Deutschland, Italien, Spanien. Occhio, Tobias Grau, Cantellani & Smith, Artemide . . . In der beschriebenen Kundenlandschaft spricht sich schnell herum, wenn einer solche Marken im Sortiment hat.

Nun muss man wissen, dass Helmut Föll ein Mensch mit ausgeprägtem ästhetischem Empfinden ist. Dieser weitere Anspruch verbindet ihn mit einer Reihe anderer Betriebseigentümer des Bau- und Ausbauhandwerks seiner Generation in Ulm und Umgebung. Etwa mit Frank Martin, dem die Firma Möbelwerkstätten in Reutti gehört und mit dem Föll ab und zu kooperiert. Ihnen allen gleich ist die grundlegende Stil-Ausrichtung, geprägt durch die dem Minimalismus gehorchenden strengen Formen und Farben des Bauhauses und der Ulmer HfG. Nur ja kein Schnickschnack.

Allerdings kann Föll sich sehr wohl an technischen Errungenschaften ergötzen, mögen sie unsereinem noch so wie Kinkerlitzchen erscheinen. Etwa jene Leuchte, die auf zwei Seiten Licht abstrahlt, die beide berührungslos zu schalten und zu dimmen sind; es genügt, mit der Hand drüberzustreifen. Oder die Leuchte, die flacher als eine Flunder an der Decke befestigt werden kann. Wer sie bei Föll Lichtdesign bestellt, bekommt einen Elektriker ins Haus geschickt. Föll selber montiert nicht mehr. "Das ist nicht drin. Ich arbeite mit einem Handwerker zusammen." Dem Föll, um seinen eigenen Ansprüchen zu genügen, die Note sehr gut ausstellt.

Die beiden gängigen Licht-Technologien für Wohnungen sind LED und - immer noch - Halogen. Föll kann beiden etwas abgewinnen. Halogen-Leuchten, weil sie, je weiter sie heruntergedimmt werden, um so gelblicher leuchten und ein weiches behagliches Licht abgeben. LED hingegen bleibt, egal wie hell, im Farbeindruck immer gleich, hält Konturen. Energiesparlampen? Der Leuchten-Experte zuckt mit den Schultern. Viel Lärm um wenig werde da gemacht. "Der Energie-Anteil des Lichtes im Haushalt bewegt sich seit eh und je um zwei Prozent. Daran hat sich durch Sparlampen nichts geändert."

Wichtiger ist ihm, dem Lichtästheten, da schon, das Schöne und das Praktische unter einem Dach zu vereinen. "Eine Leuchte, die schön und stilvoll ist, in einen Raum passt und ihm gutes und zweckmäßiges Licht gibt - das ist mein Ideal", sagt Helmut Föll. Ohne jede Arroganz. Aber mit Anspruch.

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