Heldentenor singt eindrucksvolles Wagner-Geburtstagskonzert

Im Jahr des 200. Geburtstags von Richard Wagner feiert auch der örtliche Richard-Wagner-Verband: mit dem Tenor Stefan Vinke im Stadthaus.

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Viola Lachenmann, Vorsitzende des Wagner-Verbandes Ulm/Neu-Ulm, Heldentenor Stefan Vinke - und inmitten Richard Wagner. Foto: Jürgen Kanold

Von der "Inbrunst im Herzen" singt Tannhäuser, und so hört sich das bei Stefan Vinke auch an. Der Mann ist von Beruf Heldentenor, und es gibt auf der Welt kaum eine robustere Stimme fürs schwere Wagnerfach als den Osnabrücker. Er hat die Partien derart souverän drauf, dass der Eindruck entsteht, man könnte ihn für Lohengrin, Tristan oder Siegmund auch nachts um drei aus dem Schlaf holen . . .

Zwischen einem Parsifal in Leipzig und dem Siegfried in der Stuttgarter "Götterdämmerung" war Vinke jetzt in einem außergewöhnlichen Konzert im Stadthaus zu Gast, mit dem der Richard-Wagner-Verband Ulm/Neu-Ulm am Freitag, zwei Tage nach Wagners 130. Todestag, den 200. Geburtstag des Komponisten feierte. Im Stadthaus? Ja, aber kammermusikalisch geriet der Auftritt Vinkes naturgemäß nicht: Im großen Opernformat, mit einer markerschütternden Leidenschaft, die auch im Bayreuther Festspielhaus die Zuhörer noch in der letzten Reihe erreicht hätte, trug Vinke die fiebrigen Strophen Tannhäusers aus dem Venusburg vor: "O Königin!, Göttin!, lass mich ziehn!" Seine eigentliche Göttin hatte Vinke auch dabei: Ehefrau Sabine, eine Sopranistin mit heller, jugendlich-erfrischender Stimme. Sie übernahm bravourös zunächst die Elisabeth: Hallenarie, Gebet und mit dem Gatten das Duett aus dem 2. Akt.

So ging das, am Klavier eher rustikal begleitet von Gary Kudo, erstaunliche zweieinhalb Stunden weiter: die "Winterstürme" aus der "Walküre", das Waldweben aus dem "Siegfried", dann boten die Vinkes ausführlich, dramatisch die Brautgemach-Szene aus dem "Lohengrin".

Wagnerherz, was wünschest du mehr?, jubelte lautstark das zahlreiche Publikum. Zwischendurch erhielt Stefan Vinke aus den Händen der Vorsitzenden Viola Lachenmann die Urkunde der Ehrenmitgliedschaft des Ulm/Neu-Ulmer Wagnerverbandes, um sich postwendend mit der Gralserzählung aus dem "Lohengrin" zu bedanken. Und weil dieser kraftvolle Heldentenor sowieso in Wagner"schen Dimensionen lebt, begeisterten die Vinkes noch mit einer emotionalen Zugabe, dem Liebesfinale aus dem 1. Akt "Walküre".

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