Harder Logistics bringt den Umzug der Chirurgie über die Bühne

Umzüge? Nichts einfacher als das: das bisschen Schrank, ein Bett und die paar Kartons. Zieht eine Klinik um, ist das eine logistische Herausforderung – und eine Aufgabe für die Spezialisten von Harder.

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Ralph Ballschmidt ist die Ruhe in Person. Der 32-jährige Projektleiter von Harder Logistics weiß, dass Hektik der Sache eher abträglich ist. Das Credo des Neu-Ulmer Umzugsspezialisten lautet: Umzüge und Betriebsverlagerungen laufen so gut, wie sie geplant sind. „Sinnvolle Terminpläne sind elementar.“ Vor allem dann, wenn es Kliniken umzuziehen gilt – wie heute, wenn die Chirurgie des Ulmer Universitäts-Klinikums vom Safranberg auf den Oberen Eselsberg verlagert wird. Wenn 118 Patienten verlegt werden. Tonnen an Patientenakten transportiert werden. Betten auf der richtigen Station landen, Mikroskope im entsprechenden Labor stehen sollen.

Heute also ist der Tag X für die Klinik – Ballschmidt selber ist freilich schon seit Monaten damit beschäftigt, diesen Umzug vorzubereiten. Minutiös. Fast generalstabsmäßig. Denn eines kann der Harder-Projektleiter nicht brauchen: Störungen. Unvorhergesehenes wird immer passieren, „da sind wir aber flexibel genug, um darauf reagieren zu können. Und wir haben natürlich auch Pufferzeiten.“ Die Herausforderung sei freilich, OP-Säle im laufenden Betrieb umzuziehen. Was heißt das? Gestern ist bereits ein OP-Saal verlagert worden, mit allem, was dazugehört, erklärt Ballschmidt. Vom Skalpell über den Defibrillator bis hin zum Katheder. Wenn heute der letzte Patient auf dem Oberen Eselsberg ankommt, werden die Männer von Harder – 30 bis 40 sind bei diesem Projekt gebunden – den bis dahin einsatzbereiten zweiten OP-Saal so schnell wie möglich räumen, verpacken und in Lkw zur Neuen Chirurgie fahren. Die Chirurgen werden also jederzeit über einen OP-Saal verfügen, „der Patient steht über allem“.

Allein die Zahlen zeigen, dass ein Klinikumzug nichts Alltägliches ist: 10 bis 15 Lkw verkehren seit Tagen schon zwischen dem alten und dem neuen Standort, sagt Geschäftsführer Marcello Danieli. Insgesamt werden rund 10 000 Kubikmeter an hochsensiblen Umzugsgütern bewegt und damit Werte, die in die Millionen Euro gehen – Kleingeräte wie Feinwaagen aus den Laboren, Großgeräte wie Kernspin für Untersuchungen. Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher Wohnungsumzug liegt zwischen 45 und 90 Kubikmeter.

„Wir haben uns das schon überlegt, ob wir das stemmen“, sagt Uwe Spann, ebenfalls Geschäftsführer wie Danieli. Alles musste bei diesem Projekt reiflich bedacht sein: das extrem verwinkelte alte Gebäude, das die Räumung verkompliziert. Wie viele Männer werden benötigt? Wie viele Fahrzeuge? Welche Laufwege sind die optimalsten? „Das Hirn ist wichtiger als die Muskelkraft“, sagt Spann, der mit seinem Angebot schließlich 20 Mitbewerber aus dem Rennen schlug. Apropos Muskelkraft: 6000 Kartons sind permanent im Umlauf. Wichtiger sind allerdings die Rollwagen – sie sind nicht nur einfach zu beladen, sie sparen auch viel Zeit.

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