Handwerkskammer Ulm legt gegen den Trend zu

Die Zahl der Betriebe steigt auf fast 19.000. Es gibt deutlich mehr Friseure, die Bäcker stabilisieren sich.

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Tobias Mehlich: Das Handwerk profitiert von der wirtschaftlich starken Region.  Foto: 

Entgegen dem Trend hat die Handwerkskammer Ulm erneut ein Wachstum bei der Zahl der Betriebe auf nunmehr 18.784 verzeichnet. Im Vergleich zum Jahresbeginn gibt es damit fast ein  Prozent mehr Handwerksfirmen zwischen Ostalb und Bodensee. Nach Angaben der Kammer gewährleisten somit 159 zusätzliche Betriebe die Versorgung der Bevölkerung mit handwerklichen Dienstleistungen. Dabei ist der Meister im Handwerk aber keineswegs veraltet, denn gerade bei den zulassungspflichtigen Sparten ist die Zunahme besonders stark: mit einer Steigerung um 94 auf 11.544.

Als Grund dafür nennt Hauptgeschäftsführer Tobias Mehlich die wirtschaftliche Stabilität und den Chancenreichtum des Handwerks. In einer Mitteilung der Kammer heißt es: „Unser Wirtschaftszweig investiert in Digitalisierung und in Fachkräftesicherung.“ Durch die Digitalisierung könnten sich Handwerker neu vernetzen und erweiterte Serviceleistungen anbieten. Mehlich: „Genauso arbeiten wir daran, die Menschen fürs Handwerk zu begeistern.“ Die Zunahme bei den Betrieben mache deutlich, dass Handwerker die Nachfrage spüren und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Die Handwerkskammer betont den hohen Anteil an Frauen unter den Betriebs­inhabern: Es sind fast 3000. Im zulassungsfreien Handwerk sind es 3779 Betriebe (plus 18), bei den handwerksähnlichen Gewerken 3461 (plus 47).

Auf dem Sektor der von der Meisterpflicht geprägten Berufe fällt ein Zuwachs bei Tischler-Betrieben um 11 und Zimmereien um 10 auf. Bei Kfz-Betrieben gab es eine Zunahme um 18, bei den Friseuren sogar um 32. Die Bäcker haben sich demnach nach starken Rückgängen im Vorjahr stabilisiert. In den zulassungsfreien Berufen legten die Behälter- und Apparatebauer  und Textilgestalter zu. Bei handwerksähnlichen Gewerken waren es 66 zusätzliche Kosmetikerinnen, 15 neue Änderungs- und 3 Betonschneider.

Damit das Handwerk in der Fläche vertreten bleibt, unterstützt die Handwerkskammer Ulm die Firmen nicht zuletzt bei der Betriebsübergabe. Mehlich: „Wir haben ein Zentrum für Betriebs­nachfolge gegründet, um Betriebs­inhaber mit potenziellen Nachfolgern zusammenzubringen und die Übergabe zu ermöglichen. Wir wollen keinen Betrieb verlorengeben.“ Zuständig ist Roman Gottschalk, Tel. (0731) 14 25-63 75. Wie berichtet, soll 2018 ein Personalberater die Handwerksfirmen auch bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützen.

Hier noch die genauen Zahlen für Ulm und Alb-Donau-Kreis. In der Stadt Ulm hat die Zahl der Betriebe um 3 auf 1268 zugenommen, im Alb-Donau-Kreis deutlich stärker um 30 auf 2688.

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