Handküsse sind passé, Tischmanieren nicht

Was gutes Benehmen ist, ändert sich im Lauf der Zeit. Umgangsformen waren Thema eines Projekts von Ulmer Schülern und Senioren.

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Keine Berührungsängste hatten die Elisa-Senioren und die Achtklässlerinnen der Stifter-Schule.Foto: Matthias Kessler

Aufrecht sitzen. Ellenbogen nicht auf den Tisch. Nicht mit vollem Mund sprechen. Besteck von außen nach innen nehmen. Letzteres mussten die Schülerinnen nicht beachten, denn es lagen nur ein Satz Messer und Gabel da. Auch sonst gab es am Montag keine Probleme für die Mädchen der Stifter-Schule beim gemeinsamen Mittagessen mit Bewohnern des Elisa-Seniorenstifts.

Aus dem früheren Alt-Jung-Projekt der Schule und des Seniorenstifts, die vor drei Jahren eine Bildungspartnerschaft eingegangen sind, hat sich inzwischen eine Arbeitsgemeinschaft entwickelt: die AG "Stark - Kompetenztraining". Neun Achtklässlerinnen nehmen aktuell daran teil. Seit einigen Wochen beschäftigen sie sich mit dem Thema Respekt im Umgang - im Alltag, in der Schule und überhaupt -, und so kamen sie zum guten Benehmen, berichtet Lehrerin Claudia Fahrenschon. Und zur Frage, was früher anders war.

Schon vor zwei Wochen hatten die Schülerinnen das mit einem kleinen Kreis von Elisa-Bewohnern diskutiert. Die 14-Jährigen hatten sich eigens mit den Benimmregeln des Freiherrn Adolph Knigge befasst.

Einige Tischgespräche knüpften daran an. Handküsse gibt es zum Beispiel nicht mehr, wenn sich ein junger Mann und eine junge Frau begegnen - sondern man sagt sich schnöde "Hallo". Die Mädchen kicherten bei der Vorstellung, als ihr Tischnachbar Herbert Heckner erzählte: "Ich habe das auch nur aus Jux gemacht - aber es kam immer gut an." Der 87-Jährige findet es gut, dass sich im Umgang und auch in der Mode vieles entkrampft hat: "Früher war es unmöglich, ohne Hut und Krawatte auszugehen."

Den Senioren waren die jungen Tischgäste hochwillkommen. "Das ist eine wunderbare Sache", fanden Linde Buck und Irmgard Leyendecker einhellig. Die beiden älteren Damen genossen es, Einblick in das Leben der Jungen zu bekommen: "Sonst wird man engstirnig." Und Siegfried Bellack ulkte: "Es tut gut, noch nicht als Dino abgestempelt zu werden."

Die Schülerinnen schlugen sich als Gesprächspartnerinnen wacker, bewiesen Tischmanieren und bedankten sich am Ende des Essens auch artig für die Einladung. Wie es sich für gute Gäste gehört.

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