Handgemacht und von Herzen: Monsieur Periné

Schnell, virtuos, tänzerisch ist die Musik von Monsieur Periné. Mit kolumbianischem Swing Manouche bringen die Musiker das Ulmer Zelt in Bewegung.

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    Sängerin Catalina García ist die Frau bei der kolumbianischen Band Monsieur Periné. Foto: Lars Schwerdtfeger
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Ein bisschen komisch sei das schon hier in "Ölm", meint Catalina García amüsiert. Dieser Sommer - "like Bogotá"! Macht nix, Sommer kann sie selber. Die hübsche kolumbianische Sängerin schüttelt die Sonne aus ihren feuerfarbenen Rockfalten, bis ihr Publikum ganz weg ist. Ganz weg aus dem Ulmer Zelt, irgendwo zwischen Südamerika und dem Frankreich der 1930er Jahre.

Wo man sich nun aufhält, ist allerdings nie so richtig sicher, denn wenn das abgegriffene Bild von der "musikalischen Reise" auf irgendwen passt, dann auf diese junge Band. Die sieben Musiker von Monsieur Periné, auf ihrer Europa-Tournee zu Gast im Ulmer Zelt, nennen ihre Musik "Suin a la colombiana": kolumbianisch-französischer Swing Manouche, abgeleitet vom Gypsy-Jazz eines Django Reinhardt, angereichert durch lateinamerikanische Rhythmen und einen ganzen Haufen Blas-, Zupf- und Klopf-Instrumente, von denen die Melodica noch eines der konventionelleren ist.

Hauptsache es wird gespielt - schnell, quicklebendig, blitzsauber wie Sonne auf dem Tau. Ihr Album, mit einer goldenen Schallplatte in Kolumbien ausgezeichnet, heißt nicht umsonst "Hecho a Mano" - "handgemacht". Einer wie Saiten-Virtuose Santiago Prieto braucht nicht einmal die Hände, ihm reichen seine Lippen für ein bejubeltes Satchmo-Solo, als Sänger und als Bläser, claro. Über Klischees spielen die weibliche Sonne und ihre sechs männlichen Planeten einfach hinweg. Von dort oben sieht die Musik grenzenlos aus, und hört sich auch so an, kein Gedanke an zusammengepuzzeltes Weltmusik-Patchwork. Für Sentimentalitäten haben Monsieur Periné nur ein paar "Bésame mucho"-Töne lang Zeit. Dann geht der Tanz weiter, ist ja auch völlig egal woher und wohin.

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