Haltestellen werden barrierefrei

Bis 2022 ist im öffentlichen Personennahverkehr die vollständige Barrierefreiheit umzusetzen. Das schreibt das zu Jahresbeginn in Kraft getretene neue Personenbeförderungsgesetz des Bundes vor.

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In Ulm soll die Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr nach und nach umgesetzt werden.  Foto: 

Bis 2022 ist im öffentlichen Personennahverkehr die vollständige Barrierefreiheit umzusetzen. Das schreibt das zu Jahresbeginn in Kraft getretene neue Personenbeförderungsgesetz des Bundes vor. Die Konzeption der Stadt Ulm sieht vor, den neuen Standard nach und nach zu erreichen, sagte Torsten Fisch, Leiter des Sachgebietes Verkehrsentwicklung und Mobilitätsplanung im Bauausschuss. Damit wird auch das Erscheinungsbild der Haltestellen erneuert. Das Mobiliar wird nach 20 Jahren im Ulmer Einheitsblau ausgetauscht, die elektronische Anzeige soll in die dynamische Fahrgastinformation integriert werden.

Ergebnis für Kunden: mehr Komfort und Sauberkeit. Auf Antrag von Stadtrat Hartmut Pflüger (SPD) wird geprüft, wie Raucherbereiche eingerichtet werden können. Da die Haltestellen unterschiedlich frequentiert sind, gibt es zur Umsetzung drei Kategorien. Vorrang haben der Eselsberg und Linie 5. Je Haltestelle bei 18 Metern Betonfahrbahn ist mit Baukosten von 40 000 bis 80 000 Euro zu rechnen. Die Ausstattung der Wartehalle kommt hinzu. Dies hat die Stadt zunächst selber zu finanzieren, da die Firma Wall ihr vertragsmäßig festgesetztes Kontingent zum Neubau der Häuschen abgearbeitet hat.

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Kommentare

21.05.2013 14:44 Uhr

Antwort auf „was nützt Barrierefreiheit, wenn”

Frau Peters hat absolut recht. Noch schlimmer als am Rathaus wird es bald am Hauptbahnhof, wenn nach Fertigstellung der Straßenbahn zur Uni 2 Straßenbahnen und evtl. 3 Gelenkbusse an einem einzigen Bus- / Bahnsteig stehen. Warum die Stadt bei der geplanten Umgestaltung der Bahnhofsumgebung nicht wenigstens darüber nachdenkt, ob man pro Fahrtrichtung 2 Bus- / Bahnsteige einrichten könnte (wie am Ehinger Tor), kann man wohl nur damit erklären, dass die Verantwortlichen nicht gerade zu den Stammfahrgästen gehören und keine Ahnung haben, welches Gedränge schon jetzt oft an der Haltestelle HBF herrscht. Die Straßenbahnlinie 2 wird, wie die Linie 1 nach Böfingen, zu mehr Fahrgästen führen; und dann geht es an der Haltestelle HBF noch enger zu als jetzt schon. Aber Hauptsache, die Autos können weiter oberirdisch vor dem HBF fahren. Was spricht eigentlich gegen einen Tunnel an dieser Stelle?

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21.05.2013 11:28 Uhr

was nützt Barrierefreiheit, wenn

wenn bspw. an der Haltestelle am Rathaus hintereinander 4 Busse einfahren - für den Fahrgast, der vorne steht, nicht sichtbar, welcher Bus welche Liniennummer hat und nach kurzer Zeit fahren alle 4 Busse gleichzeitig wieder ab - wer schlecht zu Fuß ist, muß die ganzen Buslängen ablaufen und hoffen, das in der kurzen Haltezeit zu schaffen. Sollten die hinteren Busse nicht im eigentlichen Haltestellenbereich vorne nochmal kurz anhalten, um sicher zu gehen, daß alle Fahrgäste eingestiegen sind?

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21.05.2013 10:36 Uhr

Antwort auf „zu langsam”

Im Haushaltsplan 2013 findet man bei Baumaßnahmen:
- Ortsdurchfahrt B 10 - Westringtunnel 6.000 TEUR
- ÖPNV, Modernisierung von Haltestellen 200 TEUR

http://www.ulm.de/sixcms/media.php/29/Echtausdruck%202013%20komplett.pdf

Diese Zahlen zeigen, mit welchem Einsatz die "Haltestellen auf Linie gebracht" werden, nämlich in 2013 mit knapp 2 Euro pro Bürger.

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21.05.2013 09:24 Uhr

Rauchen an Haltestellen

Ich habe in anderen Städten wie Nürnberg und Landshut an Wartehäuschen Symbole einer durchgestrichenen Zigarette und Texte, dass man in den Wartehäuschen nicht rauchen solle, gesehen. Warum kann man das nicht in Ulm machen? Die Erfahrung mit dem Rauchverbot in Bahnhöfen hat gezeigt, dass "positive Botschaften" wie die Schilder "Raucherbereich" an der Ulmer Haltestelle HBF nichts bewirken. Gerade wenn die Wartehäuschen unterdimensioniert sind wie z.B. am HBF oder am Rathaus, ist man bei Regen oft dem Qualmen einzelner Personen ausgesetzt.

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21.05.2013 08:57 Uhr

zu langsam

Spätestens seit dem Bürgerentscheid gegen Tunnel und Tiefgarage in der Neuen Straße 1990 wird in Ulm immer vom Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs geredet. Es hat sich aber vor allem in den letzten 10 Jahren sehr wenig getan, und deshalb sind immer noch eine Reihe von Haltestellen nicht barrierefrei (Wartehäuschen fehlen auch oft!!). Kürzlich hat die SWP berichtet, dass dieses Jahr am Eselsberg ZWEI Haltestellen barrierefrei umgebaut werden sollen. Weitere Haltestellen sollen dieses Jahr offenbar nicht umgebaut werden. Ich habe den Eindruck, dass es in der Ulmer Stadtverwaltung und bei den Fraktionen CDU, FWG, FDP und inzwischen auch bei der SPD schlicht am Willen fehlt, in Ulm ein gutes Bussystem aufzubauen und dass im Fall barrierefreier Haltestellen ohne den Druck eines Bundesgesetzes weiter kaum etwas geschehen würde. Typisch, dass hier auch gleich die Kosten genannt werden, während bei der geplanten Tiefgarage am Bahnhof niemand über Kosten spricht.

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