Guardus Solutions: Ulmer Software bildet Industrieabläufe ab

Auf der Hannover Messe, die am Montag beginnt, sind auch Innovationen aus der Region zu sehen: Die Guardus Solutions AG stellt eine Industrie-App vor.

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Andreas Kirsch: Alles zu erfassen entspricht der deutschen Mentalität.  Foto: 

Jede Schraube, jedes Schaufelrad - jedes Teil, das der Triebwerkshersteller MTU in einer Flugzeugturbine verbaut, wird von einem Ulmer Softwarehaus verwaltet. Die Guardus Solutions AG entwickelt Standardsoftware, die alle Daten aus der Produktion erfasst und auswertet. "Jedes Teil kriegt eine Lebensakte", sagt Vorstandsmitglied Andreas Kirsch. Jedes Teil erhält eine Seriennummer, jedes Teil wird verfolgt, jedes Teil wird freigegeben. Zu den Kunden des Softwarehauses gehören neben Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie, Automobilzulieferer und Medizintechnikunternehmen. Es erwirtschaftet eigenen Angaben nach mit 25 Mitarbeitern am Hauptsitz Ulm und 25 Mitarbeitern einer eigenen Tochter in Rumänien drei Millionen Euro Umsatz (Stand: 2012).

Guardus Solutions hat nun auch eine App entwickelt, die es erlaubt, die Produktionsverläufe mobil zu verfolgen. Die Neuheit wird von Montag an auf der Hannover Messe vorgestellt. Der Vorteil: Der Meister im Betrieb muss nicht mehr den Bildschirm im Büro aufsuchen, er macht sich per Smartphone oder Tablet von jedem Platz aus ein Bild der Lage: Welche Maschine macht Probleme? Welcher Auftrag muss auf eine andere Maschine umgelegt werden? Wie sehr verschiebt sich der Fertigungstermin? Er kann Störungen schneller erkennen und umgehend eingreifen ab. Abgesehen davon lässt sich mithilfe der Software der Fertigungsablauf bis ins letzte Detail zurückverfolgen.

Deutschland ist ein prädestinierter Markt für diese Software, sagt Kirsch. "Alles erfassen und systematisieren liegt uns." Wobei er genaugenommen den deutschsprachigen Markt meint, plus Dänemark und Schweden. "Also der Wirtschaftsraum, der powert." Viele Unternehmen befänden sich, was IT angeht, allerdings noch in den Startlöchern. Der Markt für die Guardus Solutions AG sei extrem groß, von daher sei das Unternehmen keinem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt.

Alles erfassen, alles systematisieren. Das passt zum Projekt Industrie 4.0 der Bundesregierung, mit dem die Informatisierung klassischer Industrien vorangetrieben werden soll. "Mittelständler haben oft intelligente Maschinen", sagt Andreas Kirsch, "es fehlt aber eine Abstimmung der Maschinen untereinander." Die Hannover Messe hält den Begriff "Industrie 4.0" hoch - für die Ulmer Grund genug sich zu zeigen. "Man muss einfach dabei sein."

Info
14 weitere Unternehmen und Institutionen der Region sind auf der Industrieschau vertreten: Uni Ulm, IHK Ulm, IT.Sec, Prozess-Piraten, Technology Cinema 3D, Uzin Utz, Wieland-Werke, ZSW (alle Ulm), Welte Rohrbiegetechnik (Neu-Ulm) Engler (Heroldstatt), Haufler Composites (Blaubeuren), Räuchle (Dietenheim), Solidpro Informationssysteme (Langenau), Teufel Prototypen (Nersingen).

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