Grundschule im Wiley-Nord: Tradition gegen Moderne

Die neue Grundschule in Wiley-Nord, die den Namen des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain trägt, wird nach den Plänen des Ulmer Büros Mühlich, Fink & Partner gebaut. Der Beschluss erging einstimmig.

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So soll die Grundschule entlang der Grete-Weiser-Straße aussehen. Von dort auch geht es über den Haupteingang in die Schule hinein.  Foto: 

Es war offenbar ein ziemlich spannender Wettbewerb, wie einige Neu-Ulmer Stadträte zugaben. Die Architekturleistungen zum Bau der Mark-Twain-Grundschule in Wiley-Nord waren von der Stadt Neu-Ulm europaweit ausgeschrieben worden. Es gab 41 Bewerber, und aus deren Mitte waren fünf Büros zur Teilnahme am Wettbewerb auserkoren worden. Die Juroren (Stadträte, Verwaltung und Experten) konnten sich Mitte Oktober noch nicht auf ein Büro einigen. Mühlich, Fink & Partner und das Münchner Büro Henning Larsen Architects lagen gleichauf an der Spitze.

Erst in einem zweiten Durchgang Anfang November konnte sich das Ulmer Büro durchsetzen. Es darf sich jetzt über den Auftrag und das damit einhergehende Planungshonorar freuen, das von der Stadtverwaltung in der Sitzungsunterlage auf den Cent genau ermittelt wurde: 818 215,73 Euro. Diese Höhe hängt davon ab, was der Bau kosten wird: vorläufige 12,1 Millionen Euro, vielleicht sogar noch teurer.

Mühlich, Fink & Partner sehen die Grundschule als parallel zum Parkhaus des Dietrich-Kinos verlaufenden zum Teil dreigeschossigen Baukörper entlang der Grete-Weise-Straße in Wiley-Nord. Architekt Peter Fink erläuterte die Pläne im Stadtrat: Der Ganztagesbereich mit dem Speisesaal ist autark und getrennt von der übrigens Schule. Dieses Areal kann zusammen mit dem Pausenhof auch für Schulveranstaltungen genutzt werden. Die Klassenzimmer der vierzügigen Schule (jeweils vier erste, zweite, dritte und vierte Klassen) im Langhaus orientieren sich nach Norden, also weg von der Straße und hin zum ruhigerem Gelände dahinter. Fink setzt viel Glas ein, die auffällig bunte und von Stadträten wie Christina Richtmann (FWG) als "wunderschön" bezeichnete Fassade setzt sich aus farbigen Faserzementplatten zusammen.

Indes: Nicht alle Stadträte waren voll des Lobs, wie man an ihren Aussagen bemerken konnte. Der Vorschlag von Mühlich, Fink & Partner sei eher traditionell, die Münchner Konkurrenz dagegen habe mit eigenständigen Lernhäusern moderner und mutiger geplant. "In diese Schule hätten Eltern ihre Kinder gerne gegeben", sagte Christa Wanke (FDP). Sie vermisste, dass sich die Stadt bei des Auswahl des Entwurfs nicht vom Schulamt oder von Rektoren und Rektorinnen habe beraten lassen, was die künftige pädagogische Ausrichtung der Schule betrifft. Dieses Konzept sei ja auch für den Bau maßgeblich.

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Antje Esser (SPD): In der Klausur sei die Jury durchaus "aneinander hochgegangen". Ohne fachliche Beratung hätten sich die Juroren überlegen müssen, "wie eine neue Schule aussehen kann". Das bedauerte Esser. Auch Waltraud Oßwald musste eingestehen: "Wir haben hier alle Neuland betreten."

Albert Obert, PRO-Stadtrat und pensionierter Realschulrektor, indes konnte mit dem ausgewählten Büro sehr gut leben: "Sehr attraktiv, genau das richtige Büro." Und letztendlich sahen das trotz der kleineren Mäkeleien alle Stadträte so: Die Auftragserteilung an Mühlich, Fink & Partner erging einstimmig. CSU-Stadtrat und Richter Thomas Mayer wollte wissen, ob vier Eingangstüren angesichts möglicher Amokgefahren nicht zu viel seien. Das aber wurde nicht weiter vertieft.

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