Grundsatzbeschluss für Neubau der Hochschule Ulm

Noch sind Finanzierung und Baubeginn unklar; eines aber steht fest: Die Hochschule Ulm erhält auf dem Oberen Eselsberg ein neues Gebäude. Damit kann der marode Standort Böfingen aufgegeben werden.

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Seit mehr als zwei Jahren geht es hinter den Kulissen eifrig hin und her: Gespräche wurden geführt, Kosten abgewogen, Pläne in Schubladen verstaut und wieder hervorgezogen. Und jetzt? Jetzt ist der Grundsatzbeschluss im baden-württembergischen Finanzministerium gefallen: Der völlig heruntergewirtschaftete Standort Böfingen wird nicht saniert. Stattdessen erhält die Hochschule Ulm einen Neubau auf dem Oberen Eselsberg. „Ich bin froh, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat.“ Mit diesen Worten kommentiert Achim Bubenzer die Nachricht, die der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir aus Stuttgart mitgebracht hat. Damit könnten die Standorte der Hochschule auf zwei reduziert werden, sagt der Rektor der Hochschule Ulm, der in Rivoir einen Fürsprecher in Sachen Neubau gefunden hat. „Die Zeitachse ist zwar noch offen“, sagt der Abgeordnete, „der Neubau ist aber eine starke Kiste, ein Impuls für die Wissenschaftsstadt.“

Bubenzer spricht von einer vierfachen „Win-Situation“. Erstens für das Land, das die Mittel – die Rede ist von rund 20 Millionen Euro – nachhaltig und gut anlege. Zweitens für die Stadt, das eine attraktive Lage für Wohnungen oder Start-up-Unternehmen erhalte. Drittens natürlich für die Hochschule, die sich künftig auf zwei „hochattraktive Standorte“ konzentrieren könne. Viertens für die Wissenschaftsstadt, die von der praxisorientierten Ausbildung der Hochschule profitieren werde. „Es passt alles zusammen“, sagt Bubenzer, dessen erste Amtshandlung als Rektor 2001 darin bestand, sich das Gelände westlich der 1998 eröffneten Dependance Albert-Einstein-Allee reservieren zu lassen. Für eine mögliche Standort-Erweiterung auf dem Oberen Eselsberg, die gerne auch größer ausfallen könne, wie der Rektor einräumt. Denn die Hochschule, an der 3800 Studenten unterrichtet werden, leide weiterhin unter beengten räumlichen Verhältnissen.

Wilmuth Lindenthal geht von besagten 20 Millionen Euro Kosten für den Neubau aus; auf diese Zahl festnageln lassen will sich der Leiter des Amtes Ulm für Vermögen und Bau Baden-Württemberg allerdings nicht. „Das ist lediglich eine Hausnummer.“ Der Standort Böfingen sei derart desolat, dass sich eine Sanierung nicht mehr rechne. „Wenn die Sanierungskosten 70 Prozent der Neubaukosten überschreiten, dann ist es wirtschaftlicher zu bauen“, erläutert Lindenthal die Gedankengänge. Jetzt sei es wichtig, dass die Mittel in den Haushaltsplan eingestellt werden, „am besten noch 2015/2016“.

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