Große Veränderungen im Ulmer Geschäftsleben

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Harald John  Foto: 

Wird es besser, wird es schlechter? Schlittert der Handel in die Krise oder wendet sich alles zum Besseren? Seriös wird niemand diese Fragen am Ende einer turbulenten Woche beantworten können. Eine Woche, die mit der Nachricht begann, dass das Abt-Kaufhaus von der Drogeriekette Müller übernommen wird. Und die mit der Ankündigung von der Gesundschrumpfung des Blautalcenters endet.

Sowohl am Münsterplatz als auch im Ulmer Westen lohnt ein genauerer Blick, so dieser denn bei der Verschlossenheit der Beteiligten überhaupt möglich ist. Das Multi-Kaufhaus Abt gilt bei Ulmern und Ulm-Besuchern als gute Adresse für Besorgungen aller Art – von der einfachen Schraube bis zum Hochleistungs-Gasgrill. Was im Umkehrschluss bedeutet: Abt muss Waren in großer Varietät und Stückzahl vorhalten und betreibt zudem ein personalintensives Geschäft.

Das Dino-hafte austreiben

Der Neu-Besitzer, Drogerieketten-Chef Erwin Müller, hat angedeutet, auch Parfümerie-Artikel ins Sortiment aufzunehmen und das Konzept umzustellen. Er fügt seinen Ulmer Geschäften damit eine Top-Adresse hinzu, schon ging die Rede von einem Müllerschen Flagship-Store. Das von manchem Beobachter befürchtete Ausbluten des Traditionshauses Abt am Münsterplatz steht aber nicht bevor, eher eine Modernisierung.

Ähnlich sieht es auch beim Blautalcenter aus, das mit dem Bild eines Dinosauriers für seine aktuelle Ausstellungsattraktion wirbt. Zu groß in diesen Zeiten, zu schwerfällig: Die Betreiber des Blautalcenters wollen ihrer XXL-Mall offenbar das Dino-hafte austreiben, das Angebot sichten und lichten, die Leerstände zurückfahren. Das Einkaufszentrum, so ihre treffende Analyse, ist in die Jahre gekommen und braucht dringend frische Ideen und eine neue Anmutung. Auch hier scheint der Konzeptwechsel sinnvoll, ja überfällig.

Hinter den Kulissen

Diese beiden überraschenden Nachrichten aus dem Handel scheinen zunächst nur einen zeitlichen Zusammenhang zu haben. Aber sie zeigen auch, dass es hinter den Kulissen rumort. Abt-Verkauf und Blautal-Schrumpfkur sind erste Eruptionen, weitere dürften folgen. In zwei Jahren eröffnen die Sedelhöfe, diese neue Konkurrenz wird Ulms Handel bald noch mehr Überraschungen bescheren.

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