Große Namen, aber auch viel Gefälliges in der Donauhalle

Die erste Art Ulm hat gestern in der Donauhalle ihre Tore geöffnet und läuft noch bis Sonntag. Die internationale Kunstmesse soll einmal jährlich stattfinden.

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Drei Tage Kunst in der Donauhalle: Gestern hat dort die erste Art Ulm ihre Pforten geöffnet. Foto: Lars Schwerdtfeger

Egal, ob eine Messe groß oder klein ist: Für die Organisatoren und Teilnehmer sind die Besucher- und Verkaufszahlen wichtig. Für den einzelnen Besucher ist allein die Qualität des Gezeigten entscheidend. Um die steht es in der Art Ulm nicht immer zum Besten.

Empfangen wird der Besucher von der Artco Galerie aus Herzogenrath, die sich unter anderem der zeitgenössischen afrikanischen Kunst annimmt. Formelemente von Piktogrammen, Ornamenten und Symbolen verknüpft Owusu-Ankomah (Ghana/Deutschland) zu kryptischen Formenteppichen, die afrikanische und europäische Elemente vereinen. Bei Ren Rong (China/Deutschland), ebenfalls bei Artco, verdünnt sich hingegen der Kulturentreff zu einer gefälligen Hochglanzplastik.

Ein paar Kojen weiter, bei der Galerie Wilmsen aus Hergatz, begegnet man mit Emil Schumacher, Günther Uecker oder Hermann Nitsch, der auch zahmer zu werden scheint, den ersten bekannten Künstlernamen. Beeindruckend sind hier die großformatigen, kraftvoll-einfach mit Wüstensand gemalten Blätter von Jannis Kounellis.

Aus Ulm sind nur die Galerie und Rahmenhandlung Zick sowie die Galerie Art a Casa dabei, die beide in Ulm keine regelmäßigen Ausstellungen haben.

Eine der wenigen One-Man-Shows ist bei Art-Bros-BCA aus Köln mit dem britischen Künstler Tim Allen zu sehen. Hierzulande noch unbekannt, soll der Künstler in England mit seinen breit angelegten Strichbandgeflechten sehr populär sein. Gleich gegenüber sind die Kojen der Galerie Reitz, ebenfalls aus Köln. Auffallend hier die Malerei von Markus Fräger. In düsteren Räumen mit starken Lichtsetzungen entwickelt er Szenen, deren Dramatik weniger von der Haltung der abgebildeten Menschen herrührt, als vielmehr über die Malerei und Stimmung erzeugt wird.

Prägedrucke von Günther Uecker oder Auflagen von Niki de Saint Phalle dominieren also die Art Ulm nicht. Aber Gefälliges, routiniert Gemachtes begegnet dem Besucher doch.

Info Die Art Ulm ist heute, Samstag, und morgen, jeweils 11-20 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 10 Euro (erm. 7,50), der Katalog 15 Euro.

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