Große Nachfrage nach Beratung im Hospiz

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Im Hospiz steigt die Zahl derjenigen, die Rat suchen.  Foto: 

Die Mitglieder sind es schon fast gewohnt, dennoch nahmen sie die Nachricht der Schatzmeisterin Sigrid Markmiller in der Jahreshauptversammlung erfreut zur Kenntnis. Seit 15 Jahren in Folge konnte sie als Kassiererin des Ulmer Hospizvereins ein sehr positives Jahresergebnis vorweisen. Dies ist für den Verein deshalb so bemerkenswert, weil es ohne Spenden und Sammlungen nicht möglich wäre, heißt es in einer Mitteilung. Schatzmeisterin Markmiller dankte allen, die zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben.

Neben permanent steigenden Fallzahlen und Anfragen nach Begleitungen, Sitzwachen und Aufnahmen ins stationäre Hospiz sei ein enormer Andrang bei den Beratungen zu verzeichnen gewesen, sagte Geschäftsführerin Claudia Schumann – eine große Herausforderung für die Ehren- und Hauptamtlichen. Insgesamt wurden 1043 Beratungsgespräche geführt, 204 mehr als im Vorjahr. Für Schumann ein Zeichen, dass das Hospiz in der Bevölkerung angekommen und anerkannt ist, wenn es um schwere Krankheit, Sterben und Trauer geht.

Angehörige suchen Gespräch

Beratungsbedarf gab es bei unterschiedlichen Schwerpunkten: Imogen Saß, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, berichtete, dass Schwerstkranke bei der Verarbeitung ihrer Diagnose und bei der Planung der nächsten Schritte Unterstützung suchen. Die Beratung zur Gestaltung von Vorsorgeinstrumenten ist ein gefragtes Thema, und viele Angehörige kommen mit ihren Ängsten und ihrer Unsicherheit in der häuslichen Versorgung ihrer sterbenden Familienmitglieder. Ähnliche Erfahrungen macht Martina Seng, Leiterin des stationären Hospizes und psychoonkologische Beraterin: „Unsere Erfahrung zeigt uns, dass meist viele Sorgen, Belastungen und Nöte angesprochen werden können, nicht mehr nur Fragen rund um die Erkrankung und Versorgung.“

Andrea Müller-Götz, leitende Koordinatorin und Trauerexpertin, berichtete, dass 80 Prozent der Trauernden ihren Weg alleine gingen, die anderen aber mehr Unterstützung, Beratung und Begleitung benötigten. Jeder, der Bedarf spüre, könne einen Beratungstermin im Hospiz vereinbaren, unabhängig davon, ob der Verstorbene im stationären Hospiz war. „Wir können die Kinder nicht vor der Krankheit schützen, aber wir können helfen, die Fragen zu beantworten.“

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