Golf und Tennis für Kinder

Um Kinder zum Sport und in den Verein zu bringen, startet der Golf- und Tennisklub Neu-Ulm zwei Projekte. Eines wendet sich speziell an sozial Schwächere. Die Nachfrage der Schulen war zum Start groß.

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Florian Ebner sagt es ganz offen: "Unser Klub ist überaltert, wir brauchen Nachwuchs." Das ist ein Grund, weshalb sich der Golf- und Tennisklub (GTK) Neu-Ulm stärker um die Jugendarbeit kümmert. Der Betreiber des Golfplatzes im Steinhäule nennt noch einen zweiten: "Wir möchten Kinder und Jugendliche fördern." Im sportlichen Sinn, in der Talentsichtung also, aber auch im sozialen. Kinder, die in finanziell oder sozial schwierigen Verhältnissen leben, sollen durch Sport Werte vermittelt bekommen, Gemeinschaftsgefühl und Selbstbewusstsein entwickeln.

Der Verein hat zwei Projekte gestartet, beide in Kooperation mit Neu-Ulmer Schulen.

"Abschlag Schule": Der GTK hat die Schulen angeschrieben und ihnen zum Schuljahresende kostenlose Trainingsstunden im Golf und im Tennis angeboten. Die Rückmeldung war überwältigend, berichtet Ebner: "Alle Termine waren schnell vergeben. Wir wurden vom Interesse überrollt." Allein das Lessing-Gymnasium habe sich mit 500 Schülern angemeldet. Auch die Inge-Aicher-Scholl-Realschule Pfuhl ist mit von der Partie. Die 5. und 6. Klassen waren je einen Tag auf der Anlage. "Wir hätten gern noch mehr Termine gehabt", sagt Konrektor Stefan Vielweib. Den Schülern habe es großen Spaß gemacht.

Der eine oder andere Schüler, so die Hoffnung der Verantwortlichen, findet Gefallen an Tennis oder Golf und stößt zum Verein. "Abschlag Schule" dient darüber hinaus der Talentsichtung. "Die zehn Besten sollen eine Art Stipendium erhalten", sagt Ebner: Unterstützung bei Ausrüstung, Spesen und Turnieren.

"Clean Winners" wendet sich an Kinder aus schwierigem sozialen Umfeld. Der gleichnamige Verein wurde vom ehemaligen Tennisprofi und Davis-Cup-Sieger Charly Steeb mitgegründet. "Clean Winners" agiert bundesweit stets in Kooperation mit einem Verein, in Neu-Ulm als 20. deutscher Standort mit dem GTK. Zur Eröffnung kam Steeb und spielte einen Schaukampf mit Mikael Pernfors (wir berichteten).

"Clean Winners" stellt pro Standort und Jahr 12 500 Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld sollen Kinder gefördert werden, die sich Sport in einem Verein sonst nicht leisten können, sagte "Clean Winners"-Geschäftsführer Malte Heinemann. "Es geht nicht darum, gute Sportler zu erzeugen, sondern junge Menschen an die Hand zu nehmen." Jede Woche sollen die Kinder an einem festen Tag Sport treiben, mit festen Ansprechpartnern, eventuell vorgeschalteter Hausaufgabenbetreuung und Mittagessen. "Sie sollen Fixpunkte im Leben haben." Einmal pro Monat gibt es samstags ein zusätzliches Programm, zum Beispiel Betriebsführungen im Blick auf die künftige Berufswahl.

Am Anfang arbeitet der GTK bei diesem Projekt mit zwei Schulen zusammen. Sie haben die Eltern angeschrieben und auf das Projekt hingewiesen. "Das Interesse war riesig", berichtet Monika Scherzer, die Rektorin der Peter-Schöllhorn-Mittelschule in der Stadtmitte. "Aber es bleiben längst nicht alle bei der Stange." Schon zum ersten Training seien längst nicht alle Schüler erschienen, die sich zuvor angemeldet hatten. Sie schätzt, dass zwei Drittel ihrer Schüler ein Projekt wie "Clean Winners" gut gebrauchen könnten.

Aber gerade bei ihnen sei es schwierig, sie an regelmäßige Termine und Verlässlichkeit zu gewöhnen. Scherzer findet an dem Projekt besonders gut, dass schon Elfjährige mitmachen können. "In der Prävention kommt es darauf an, rechtzeitig anzufangen - und nicht erst bei Jugendlichen."

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