Glücksfall am Theater Ulm

"Beeindruckend" findet das Publikum die von Timo Handschuh dirigierte Inszenierung der Poulenc-Oper "Dialogues des Carmélites" am Theater Ulm. Nina Schaible sprach mit Zuschauern.

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Maria Rosendorfsky (links) und Susanne Schimmack überzeugen in ihren Rollen. Foto: Jochen Klenk

Sven Orschel (49), Neu-Ulm: Super, es war unglaublich! Die Szene, in der die Priorin gestorben ist, war besonders beeindruckend. Die Sänger waren toll, ich kann diese Oper nur weiterempfehlen. Das war eine wirklich gute Leistung des Theaters.

Gabriele Baumhauer (73), Ulm: Die Qualität der Oper hat mich überrascht. Dieses Werk ist ein Glücksfall für das Theater Ulm , denn nicht alles dort überzeugt. Natürlich ist so eine Oper über die Französische Revolution nicht für die breite Masse gedacht, was nicht abwertend klingen soll. Aber für viele mag es schwierig gewesen sein, da das Opern-Milieu nicht für alle Zuschauer zugänglich ist. Es ist ja auch oft der Fall, dass durch den Wunsch des Regisseurs und dessen Egotrieb das Stück verzerrt wird und der Zuschauer ratlos zurückgelassen wird - doch das war hier nicht der Fall. Die Werktreue wurde bewahrt. Manchmal muss man sich eben auf Stoffe einlassen, die auch unbequem sind. Das Theater hat meiner Meinung nach den Sinn, die Menschen nachdenklich nach Hause zu schicken. In meinem Alter habe ich schon viel in Ulm gesehen und würde diese Poulenc-Oper auf jeden Fall weiterempfehlen.

Veronika Witte (43), Ulm: Die erste Hälfte des Stücks hat mir zwar auch gefallen, aber toll wurde es dann erst nach der Pause. Die erste Hälfte habe ich als zu lang empfunden, außerdem war es mir persönlich zu viel Action. Vor allem der Schluss hat mich beeindruckt - die Inszenierung mit dem Blut, die Musik, der Spannungsbogen und nicht zuletzt das Bühnenbild von Marianne Hollenstein mit den vielen Lichtern - das fand ich schon toll, als der Vorhang hochgezogen wurde. Die Sängerin Maria Rosendorfsky hat mir als Blanche am meisten gefallen.

Gundula Neubauer (52), Tübingen: Zuerst hatte ich vermutet, die Musik würde unmelodisch, zu extrem und sperrig klingen. Doch das war nicht der Fall. Die Inszenierung von Matthias Kaiser überzeugte. Ich war erstaunt, dass selbst ein eher kleines Theater wie Ulm solche tollen Stücke inszeniert. Das Bühnenbild strahlte Klarheit aus, was durch die Lichter unterstützt wurde. Die Kostüme von Angela C. Schuett sahen besonders aufwendig und schön aus. Solche Details geben dem Ganzen eben die gewisse Note. Die Farbigkeit, Formen und Schleier der Kostüme waren beeindruckend und sahen einfach toll aus. Die Sänger, die überraschenderweise überwiegend jung waren, gefielen mir gut.

Konstanze Bolkert (24), Konstanz: Die Oper war sehr schön. Das Bühnenbild gefiel mir gut, jedoch wusste ich nicht, was so manches Detail, wie zum Beispiel der umgedrehte Regenschirm, bedeuten sollte. Maria Rosendorfsky und Rita-Lucia Schneider überzeugten mit ihren Stimmen auf ganzer Linie. Manche Sänger habe ich als zu leise empfunden, obwohl die Musik in angenehmer Lautstärke war. Insgesamt war es eine sehr beeindruckende Aufführung.

Alexander Kleinst (41), Blaustein: Seltsamerweise haben mir die männlichen Sänger wie Tomasz Kaluzny besser gefallen, obwohl ich in Gesprächen nach dem Stück erfahren habe, dass bei der breiten Masse die Sängerinnen beliebter waren. Es waren natürlich hauptsächlich ältere Leute anwesend, was ich wirklich schade fand, denn diese Oper kann sich sehen lassen und wäre für junge Leute eine Motivation gewesen, öfter ins Theater zu gehen. Generell sehr schade, dass auch wenig Werbung dafür gemacht wurde. Wir sind auch nur durch geschenkte Eintrittskarten darauf aufmerksam geworden, ansonsten hätten wir es verpasst.

Karin Bornewasser (44), Illertissen: Ich würde mir dieses Stück sofort wieder ansehen. Ich kann die Qualität der Sänger nicht beurteilen, weil ich selten Opern sehe, aber mir hat die gesamte Aufführung sehr gut gefallen. Besonders gut fand ich, wie die Spannung im Stück nach und nach aufgebaut wurde.

Julia Meser (17), Neu-Ulm: Das Stück war harte Kost. Wobei ich Bühnenbild und Sänger gut fand. Die Kostüme sahen nach viel Arbeit aus, gefielen mir ausgesprochen gut. Ich gehe selten ins Theater, vor allem in Opern, aber letztendlich denke ich doch, dass ich eine gute Oper gesehen habe. Ich verstehe nicht viel davon, ob sie falsch oder richtig gesungen haben, aber ich denke, der Eindruck zählt. Letztendlich war es ein schöner Abend.

Info Die nächsten Aufführungen: Das Theater Ulm zeigt Francis Poulencs Oper "Dialogues des Carmélites" wieder am 8., 12., 14. und 17. März im Großen Haus. Karten: Telefon: 0731/161-4444.

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