Glocken für Kirche St. Mammas sind in Arbeit

Die Katholiken in Finningen sind dieser Tage in gespannter Erwartung. Aber nicht nur wegen Advent und Weihnachten. Nein: In Karlsruhe werden gerade die neuen Kirchenglocken für St. Mammas gegossen.

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Die Bronze fließt in Fis und Gis: Die beiden großen Glocken für die Kirche St. Mammas werden in Karlsruhe gegossen. Eine Gruppe der Gemeinde war dazu eigens aus Finningen angereist.  Foto: 

Nur eine fehlt noch, und zwar die auf h gestimmte Glocke. Zusammen mit drei anderen - fis, gis, dis - wird sie das neue Geläut der Kirche St. Mammas in Finningen ausmachen. Diese drei sind mittlerweile bei der Firma Bachert in Karlsruhe gegossen worden. Beim Guss der beiden großen Glocken war eine Gemeindegruppe aus Finningen mit dabei, um das Schauspiel zu erleben, wie die Bronzeschmelze in die Glockenformen rinnt - traditionell an einem Freitag zur Sterbestunde Jesu.

Wie berichtet, herrscht in Finningen jetzt seit 2013 Ruhe, zumindest was den Glockenklang angeht. Die Kirche St. Mammas muss saniert werden, das Dach ist undicht, der Glockenstuhl im Kirchturm von 1701 hält, vom Alter angefressen, den Kräften nicht mehr Stand. Im Zuge der Erneuerung werden auch die Glocken ersetzt. Macht alles zusammen über 400.000 Euro.

Was die Glocken betrifft, so haben sie, naja, ihrem Namen keine Ehre mehr gemacht. Zur Geschichte: Die alten Bronzeglocken mussten im Krieg 1942 abgeliefert werden, die Ersatzglocken von 1948 waren dann aus Stahl und hatten mit Wohlklang und Gotteslob zuletzt nur mehr wenig zu tun - sie schepperten verrostet. So entschied die Gemeinde, vier neue anzuschaffen.

Nun haben die Glocken, die der Heiligen Dreifaltigkeit und der Gottesmutter geweiht werden, sowie die Friedensglocke die heiße Phase in der Gießerei in Karlsruhe hinter sich. Die letzte fehlende der vier Glocken ist in der Reihenfolge des neuen Geläuts eigentlich die dritte: die "St. Mammas- und Margarethaglocke", die Glocke also der Kirchenpatrone St. Mammas für Finningen und St. Margaretha für den benachbarten Neu-Ulmer Stadtteil Reutti. Und damit ist sie - hier katholisch, da evangelisch - aus einem ganz besonderen Guss. "Diese Glocke ist ein Zeichen für die ökumenische Zusammenarbeit beider Gemeinden", sagt Hermann Knaier, in St. Mammas Kirchenpfleger und Vorstand des Kirchenbauvereins.

Hintergrund: "Seit Jahrzehnten pflegen die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde St. Margaretha und der katholischen Kirchengemeinde St. Mammas enge Beziehungen durch gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen wie der Kinderbibelwoche oder Friedensgebeten", erzählt Knaier. Jetzt haben die Gemeindemitglieder aus Reutti über die Neu-Ulmer Stadtteilgrenze hinweg auch für das neue Geläut in St. Mammas gespendet und ziehen mit den Finningern so praktisch an einem Strang. "Als sichtbares oder besser hörbares Zeichen für die ökumenische Zusammenarbeit der beiden Gemeinden trägt die Glocke als Ornament eine Darstellung der beiden Kirchenpatrone St. Mammas und St. Margaretha."

Mehr noch, wird auf ihr der Spruch zu lesen sein: "Hll. Mammas und Margaretha, beschützt die Menschen, Tiere, Fluren und Felder unserer Gemeinden." Der Glockenklang sollte vom Finninger Kirchberg dann bis nach Reutti im Süden zu hören sein und nicht nur auf dieser Strecke Tiere, Fluren und Felder beschützen, sondern überhaupt die gute Nachbarschaft unter den Neu-Ulmer Menschen immer wieder aufs Neue beschwören.

Was für eine schöne Symbolik: Eine Glocke für eine Gegend aus einem Guss.

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