Glacis-Galerie: Eine Ausstellung rüttelt wach

Soldaten, die von kriegerischen Auslandseinsätzen zurückkehren, leiden oft unter seelischen Störungen. Eine Wanderausstellung zum Thema Heimkehr in der Glacis-Galerie befasst sich mit dem Thema.

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Die Autorin Ulrike Scheffer, Generalarzt Bernd Mattiesen (rechts) und der Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner (SPD) eröffnen die Ausstellung "Operation Heimkehr" in der Neu-Ulmer Glacis-Galerie.  Foto: 

Die Bilder der Ausstellung sprechen für sich, die Texte lenken den Blick auf ein unbequemes Thema: Auf die Probleme aus Auslandseinsätzen heimkehrender Bundeswehrsoldaten.

Seit Samstagabend ist die Ausstellung "Operation Heimkehr" im Eingangsfoyer der Glacis-Galerie in Neu-Ulm zu sehen. Die Politikjournalistin Ulrike Scheffer aus der Redaktion der Berliner Zeitung Tagesspiegel hat 74 Interviews mit Heimkehrern geführt, die Fotografin Sabine Würich hat für die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Porträts gesorgt. Das Gesamtwerk ist in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung als Band 1429 erschienen.

15 dieser Interviews wurden in der Ausstellung zusammengefasst, die seit 18 Monaten durch Deutschland tourt. Der Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner (SPD), Mitglied des Verteidigungsausschusses, holte sie jetzt nach Neu-Ulm. Autorin Ulrike Scheffer und Bundeswehr-Generalarzt Bernd Mattiesen eröffneten die Ausstellung, sie ist bis 26. Februar im Glacis-Center zu sehen.

Mattiesen berichtete über das Schicksal betroffener Soldaten. Er ist Beauftragter des Verteidigungsministeriums für posttraumatisierte Soldaten, lebt in Ulm und arbeitet in Berlin. Viele dieser Soldaten tun sich nach der Rückkehr demnach schwer, ihren Alltag zuhause wieder zu bewältigen. Einige wurden krank, litten an PTBS, dem posttraumatischen Belastungssyndrom, einige haben die teilweise schrecklichen Erlebnisse aus den Einsatztagen im Krieg in Afghanistan oder im Kosovo nie überwunden und haben die Bundeswehr verlassen.

"Durch die Ausstellung wird man wieder wachgerüttelt", sagte eine Besucherin sichtlich ergriffen. Man neige oft dazu, vor Negativem die Augen zu verschließen. "Wenn man diese Ausstellung sieht, schämt man sich dafür."

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