Kreisfreiheit: Geteiltes Echo auf Nuxit-Infoaktion

Einmütig wie selten zuvor haben die Fraktionen des Neu-Ulmer Stadtrats über den Plan informiert, aus dem Landkreis auszuscheren.

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Am Samstag informierten die Fraktionen in der Stadt über den Nuxit.  Foto: 

Gemeinsam waren die im Neu-Ulmer Stadtrat vertretenen Fraktionen am Samstagvormittag angetreten, um über das Vorhaben Kreisfreiheit zu informieren. Die Einschätzungen über das Interesse der Neu-Ulmer an diesem Thema hätten dagegen unterschiedlicher nicht ausfallen können. Sie reichten von „überwiegend aufgeschlossen“ bis „überwiegend kritisch“.

Vorneweg standen Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und sein CSU-Helfer Hermann Hillmann inmitten der Wahlkampfstände von SPD, Grünen und FDP am Eingang zum Petrusplatz. „Die Leute sind dankbar, dass wir informieren“, sagte der OB, nach dessen Einschätzung das Interesse hoch und die Menschen mehrheitlich für die Selbstständigkeit der Stadt sind. „Die Argumente überzeugen“, zeigte sich Noerenberg kämpferisch, zumal Neu-Ulm die letzte nicht kreisfreie Stadt Bayerns mit mehr als 50.000 Einwohnern sei.

In der Einschätzung von Antje Esser von der SPD sind viele Neu-Ulmer noch neutral und würden sich fragen, warum diese Entwicklung jetzt so massiv vorangetrieben werde. Sie glaubt aber auch festzustellen, dass die Argumente für den Ausstieg der Stadt aus dem Landkreis überwiegen und sich die Menschen sehr leicht von der Richtigkeit überzeugen lassen. „Es geht in den Gesprächen vor allem viel schneller, als ich es selber erwartet hatte“, sagte die Fraktionsvorsitzende.

Wenig Interesse bei der Jugend

Deutlich skeptischer äußerte sich dagegen Christina Richtmann von den Freien Wählern, die sich sogar weigerte, das offizielle Informationsblatt der Stadtverwaltung zu verteilen. Die Bürger, so ihr Eindruck, seien mehrheitlich doch eher skeptisch. Ähnlich sieht das Günter Gillich von der FDP, der vor allem die fehlende Information beklagt und die fachliche Begleitung des Prozesses von externen Kräften wünscht.

Noch gänzlich unentschieden ist Rainer Juchheim von den Grünen. „Wir brauchen mehr Antworten auf die offenen Fragen“, fordert er und beklagte, dass unterschiedliche Aussagen vorlägen. Seiner Einschätzung nach sind viele Neu-Ulmer skeptisch, weil sie den hauptsächlich vom OB betriebenen Prozess nicht durchschauen könnten.

Ein junges Paar, das zwischen den informierenden und wahlkämpfenden Lokalpolitikern aller Farben seine Samstagseinkäufe auf dem Markt erledigte, zeigte sich insgesamt wenig beeindruckt von der Aktion. „Gehört haben wir davon schon. Aber das ist nicht das brennende Thema für uns“, waren sie sich einig. Es werde wohl um finanzielle Dinge gehen, vermuten sie. Sie ist 27, er 30 Jahre alt.

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