Gemüsekisten und Markthändler: Bio-Früchte statt Pferdelasagne

Was essen bei all den Lebensmittelskandalen um Pferdefleisch und verschimmelte Futtermittel? Bio-Händler auf dem Markt werben für ihre Lebensmittel - doch es gibt auch noch eine andere Alternative.

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Kaum eine Woche ohne neuen Lebensmittelskandal. Was kann man noch bedenkenlos essen, auf welche Produkte sollte man verzichteten? Eine Lösung: sich komplett selber versorgen. Das ist leichter gesagt, als getan. Doch wer hat Zeit, sich um ein Gemüsebeet oder einen Stall voller Hühner zu kümmern? Anderen fehlt der Platz. Eine Alternative sind regionale Erzeuger, bei denen man entweder direkt vom Hof oder auf einem Wochenmarkt in der Nähe einkaufen kann.

Bio-Obst und -Gemüse auf dem Ulmer Wochenmarkt

Beim Marktrundgang stoßen Besucher des Ulmer Wochenmarkts derzeit auf drei zertifizierte Bio-Händler. Verantwortliche des Marktes sprechen von sechs bis acht Marktständen, die rein biologisch angebaute Lebensmittel vertreiben. Ihre Anzahl sei abhängig von der Jahreszeit, da nicht alle Bio-Bauern im Winter etwas anzubieten hätten. Darüber hinaus gebe es noch einige Bauern, die zwar biologisch produzieren, allerdings noch kein Zertifikat eines Bio-Verbandes haben.

Eine der Marktfrauen, die das ganze Jahr über auf dem Wochenmarkt biologische Lebensmittel verkauft, ist Michaela Haide. Für sie ist "bio weit mehr, als das Einhalten von Richtlinien - es ist eine Lebenseinstellung". Sie vertreibt Obst und Gemüse vom Naturkostfachhandel Bodan aus Überlingen, der seine Produkte von Bioland- und Demeter-Höfen aus der Region bezieht. Gemeinsam mit ihrer Angestellten Claudia Braun steht sie mittwochs und samstags auf dem Ulmer Markt. Von Bio-Abteilungen im Supermarkt hält sie wenig: "Man müsste mir Geld zahlen, um beim Discounter einzukaufen. Außerdem bekommt man immer die Qualität, für die man auch bezahlt hat."

Obstbauer Thomas Braig baut sein Obst dagegen auf konventionelle Art an.Bio-Standards hält er nicht ein. Für ihn liegt das Problem beim Verbraucher: "Die Leute wollen immer alles nur möglichst günstig einkaufen. Klar, dass da die Qualität auf der Strecke bleibt." Eine Kundin an seinem Stand stimmt zu: Sie lege bei Lebensmitteln großen Wert auf Qualität. Ihrer Meinung nach liegt es bei den Eltern, den Kindern die Wertschätzung für gesunde Lebensmittel zu vermitteln.

Auch Gundhilde Zeller ist die Qualität ihrer Ware wichtig. Sie vertreibt eigene und zugekaufte Bio-Lebensmittel auf dem Markt. Im Winter ist es weniger Obst und Gemüse aus dem eigenen Gewächshaus. Doch im Sommer bietet sie eine große Auswahl verschiedensten Salate aus eigenem Anbau. Vor 29 Jahren hat der Biohof Zeller mit der Umstellung begonnen. In dieser Zeit hatte die Familie neben Obst und Gemüse noch einen Milchviehbetrieb. Letztlich habe ihr Mann die Entscheidung für bio und gegen konventionell getroffen, da durch das Spritzmittel gegen Stallfliegen die Schwalben im Kuhstall ihre ganze Brut verloren hätten. "Das war für uns alle ein einschneidendes Erlebnis", erzählt Zeller. Mittlerweile haben sie die Milchviehhaltung aufgegeben, da das Geschäft mit Bio-Gemüse boomt.

Der Kartoffelverkäufer Jürgen Müller kann sich das nicht vorstellen: "Wir haben zwei Sorten Bio-Kartoffeln. Mehr geht auch gar nicht - da kommt man ja zu nichts!" Er hat sich neben seinem Markstand auf dem Ulmer Wochenmarkt etwas Besonderes einfallen lassen, um seine Kartoffeln zu verkaufen: einen Online-Shop für Kartoffeln. Über diesen verkauft der Händler "Kartoffelsorten aus deutschen, heimischen Böden" nach ganz Europa. Besonders stolz ist er, dass er den ersten Kartoffel-Shop im Internet hatte.

Abos für Gemüsekisten

Wer unter der Woche keine Zeit hat, um auf den Markt zu gehen, für den gibt es schon seit längerem eine Alternative: Gemüseabos. Für den Raum Ulm gibt es im Internet zwei Anbieter: die rollende Gemüsekiste und das Gemüseabo Weiss. Bei beiden Anbietern handelt es sich um Online-Shops nicht nur für Gemüse: Im Sortiment sind außerdem noch Obst, verschiedene Molkereiprodukte und Backwaren; alles aus biologischem Anbau. Jede Woche gibt es Vorschläge mit ausgewählten Produkten, eine individuelle Zusammenstellung ist aber trotzdem möglich. Die Kisten werden dann einmal in der Woche direkt bei den Kunden abgeliefert. Wer während der festgelegten Lieferzeiten nicht zu Hause ist, kann einen Abstellort vereinbaren. Die Kosten für die Lebensmittel variieren je nach Größe oder Gewicht. Es gibt aber immer eine Mindestbestellmenge (bei beiden Händlern zehn Euro), die man einkaufen muss.

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Kommentare

08.03.2013 09:32 Uhr

Öko/BIO und Umwelt-/Artgerecht

sind fast immer nur eine Glaubensfrage. Zu oft steckt hinter BIO das selbe wie in der Blisterverpackung beim ALDI. Man bewege nur mal seinen Hintern zum Biohof und schau was alles an gehandelten Waren extern eingekauft wird, immer mit dem Hinweis "...wir müssen uns auf die Aussage des Lieferantenverlassen...". Ja danke, da kann ich mich auch auf die Aussage von ADLI LIDL & Co. verlassen. Und was irgendwelche Öko/BIO oder sonst was Labels und Kennzeichnungen für einen nutzen haben, das zeigt man uns immer wieder im TV oder bei Spiegel Stern oder Focus.

Am Ende will jeder von ÖKO/BIO oder LIDL/ALDI&Co.nur eins, möglichst viel Geld von anderen Leuten ;)

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