Geld für Wilhelmsburg konzentriert einsetzen

Taugt die Wilhelmsburg als Museumsinsel? Das wollte die CDU wissen und lud den renommierten Museumsgestalter Thomas Hundt zu einem Rundgang ein.

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Langsam, ganz langsam kommt Zug in die Neugestaltung der Wilhelmsburg. Die Workshops mit Bürgerbeteiligung sind gelaufen, ein Fachbüro arbeitet gerade ein Nutzungskonzept aus, das im November im Kulturausschuss vorgestellt werden soll. Ideen gibt es jede Menge, vom Innovation Lab über eine Halfpipe für Snowboarder bis hin zum Technikmuseum. „Variantenbildung macht furchtbar viel Spaß, aber die Selektion ist schwierig“, warnt allerdings Prof. Thomas Hundt. Der Architekt und Experte für mediale Raumgestaltung weiß, wovon er spricht. „So viele Ideen sind gleichzeitig Chance und Risiko“, sagt er. „Gestaltung ist nicht teilbar. Einer muss den Hut aufhaben und sagen, wo’s lang geht.“

Auf Einladung der CDU-Fraktion war Hundt am Dienstag aus seinem Stuttgarter Designbüro nach Ulm gekommen, um sich auf einem Rundgang die Wilhelmsburg anzusehen. Pikant: Der Experte war auch zum offiziellen, städtischen Gestaltungsprozess eingeladen und hatte kurzfristig abgesagt. Wie dem auch sei: Dort oben kann sich Stadtrat Dr. Hans-Walter Roth ein Technikmuseum vorstellen, an dem bereits 80 Firmen Interesse angemeldet hätten. Gegen diesen Vorschlag hat Thomas Hundt an sich nichts einzuwenden, sagt jedoch: „Es gibt ein Riesen-Potenzial, aber allein der Blick in die Vergangenheit wird nicht genügen.“ Aus der Sammlung der Ideen müsse jetzt möglichst schnell ein Gesamtkonzept entstehen. „Das ist wesentlich, damit die etappenweise Realisierung durchgehalten werden kann.“

Denn die Wilhelmsburg, das ist ein Mammutprojekt, so viel ist allen Beteiligten klar. „Die Burg muss erobert werden, und das ist Aufgabe einer ganzen Generation“, findet Finanzbürgermeister Gunter Czisch, der sich immer noch über die 4,3 Millionen Euro Zuschuss vom Bund freut (wir berichteten). Die sind für die Ertüchtigung der Burg vorgesehen, also für Wege, Wasser und Strom. Für CDU-Fraktionschef Dr. Thomas Kienle gehört dazu, schnell Glasfaserkabel zu verlegen – auch, um Impulse in Richtung Kreativwirtschaft zu setzen. „Es wäre schade, wenn man mit den Millionen nur den Weg saniert“, sagt Kienle und rattert Ideen runter: Café, Reitwege, Fitnesspfad . . .

Thomas Hundt schlägt hingegen vor, das Geld konzentriert einzusetzen, so dass von den Ulmern ein Effekt wahrgenommen wird: „Wenn man alles breit mit der Gießkanne ausgießt, ist die Gefahr groß, dass es verpufft.“

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