Geistige Brücken entlang der Donau

Teilnehmer der Danube Summer School trafen sich im Ulmer Rathaus mit Vertretern der Politik.

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Die Teilnehmer der Danube Summer School mit Organisationsteam, OB Czisch und weiteren Gästen im Ulmer Rathaus.  Foto: 

„Im gesamten Donauraum gibt es 20 verschiedene Arten von Gulasch und zehn verschiedene Computer-Tastaturen“, sagte Professor Dr. Reinhard Johler von der Uni Tübingen bei der „Danube Summer School“ im Rathaus Ulm.

Über zwanzig studentische Nachwuchskräfte nahmen an der sechstägigen Sommeruniversität teil, die von der Europäischen Donau Akademie 2014 ins Leben gerufen wurde. Die Teilnehmer waren dazu aus zwölf verschiedenen Donauländern nach Ulm gereist, wo das Projekt bereits zum vierten Mal stattfindet.

Die ersten drei Tage der Veranstaltung waren vorwiegend wissenschaftlich geprägt. Gemeinsam mit Hochschuldozenten aus Budapest, Novi Sad oder Tübingen, diskutierten die Teilnehmer im Vöhlinschloss in Illertissen über Probleme und Chancen im unteren Donauraum. Vorgestellt wurde zum Beispiel die multikulturelle serbische Provinz Vojvodina und dessen florierende Hauptstadt Novi Sad. Die Studierenden sprachen über die europäische Donauraumstrategie, über Migration und gingen dem Problem des „Brain Drain“ nach, der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte, mit dem insbesondere der osteuropäische Raum zu kämpfen hat.

Der politische Teil der Danube Summer School fand am Donnerstag im Ulmer Rathaus mit OB Gunter Czisch, Novi Sads Oberbürgermeister Miloš Vucevic und anderen geladenen Gästen statt. Czisch als auch Vucevic betonten die innige Verbindung zwischen den beiden Donaustädten Novi Sad und Ulm. Auch der Leiter der Sommeruniversität, Professor Gerhard Mayer aus Neu-Ulm, ist sich sicher: „Mit der Danube School werden die geistigen Brücken gebaut, die im Donauraum benötigt werden.“ Als Teilnehmerin mit dabei ist beispielsweise Blagovesta Tsenova aus Ruse in Bulgarien. Die junge Frau war bereits 2015 bei der Danube School in Ulm: „Das Projekt hat mir die Augen geöffnet, dass man auch mit kleinen Dingen die Welt in der man lebt, verändern kann.“ In den vergangenen zwei Jahren hat sie eine NGO gegründet, die sich für frühkindliche Entwicklung einsetzt. Auch der zweite Besuch in Ulm hat ihr gefallen: „Durch die Arbeit der letzten Tage fühle ich mich stärker mit der Donauregion verbunden.“

Kulturwissenschaftler Johler betont die gemeinsame Geschichte der Donauländer: Die Vielfalt an Gulasch-Rezepten zeige zwar die kulturellen Unterschiede, trotzdem sei die Region von vielen Gemeinsamkeiten geprägt. Das gelte insbesondere für Ulm, denn von dort siedelten die Donauschwaben vor über 300 Jahren in die Donauregion aus.

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