Geigerin Isabelle Faust spielt Bach im Museum Villa Rot

Partiten und eine Sonate von Bach - und doch die ganze musikalische Welt: Weltklassegeigerin Isabelle Faust spielte solo im Museum Villa Rot.

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Mit Bach pur in Burgrieden: Weltklassegeigerin Isabelle Faust. Foto: Felix Broede

"Gestochen scharf" heißt die aktuelle Ausstellung im Museum Villa Rot: Tätowierung in der Kunst. Einen besseren Titel hätte auch das Matineekonzert mit der Geigerin Isabelle Faust nicht tragen können. Wie und was diese phänomenale Musikerin spielte, das ging unter die Haut.

Zwei Tage zuvor hatte sie bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen zusammen mit der Sopranistin Christine Schäfer konzertiert, György Kurtágs "Kafka-Fragmente", jetzt steht sie auf der Bühne des kaum 90 Zuhörer fassenden Saals, ein Kamera-Team im Schlepptau, das ein Porträt für den TV-Kulturkanal 3Sat filmt. Isabelle Faust geht spielend weit mehr als 250 Jahre zurück, von der Moderne ins Barock, zu Solo-Werken Johann Sebastian Bachs: stilgerecht, mit altem Bogen, in eine archaische Klangwelt, die sie gleichwohl emotional ausformuliert, als entstünde jeder Ton, jeder Akkord, jede Fuge im Moment.

Klassik-Liebhaber wissen, was Walter Mauermann im Museum Villa Rot, keine halbe Stunde Fahrzeit von Ulm entfernt, so alles aufbietet: vom Besten, was der Markt kennt. In diesem Jahr kommen noch das Henschel Quartett und auch die Pianisten Olga Scheps und Igor Levit. Aber was Isabelle Faust in hoch konzentrierten 80 Minuten zeigte, Bach pur, das war ein Ereignis: die Partita in E-Dur, die C-Dur-Sonate und die Partita in d-Moll mit der Chaconne. Im Prinzip die barocke Geigen-Grammatik, eine Welt aufreißend. Isabelle Faust glättet nichts zu reiner Brillanz, sucht manchmal auch den "schmutzigen" Ton, der ein sehr wahrer ist. Sie überbringt aber naturgemäß mit Virtuosität ihre musikalischen Botschaften.

Das heißt, sie überwältigt die Hörer nicht einfach, sie erschließt mit ihrer Geige die von Bach komponierten Seelenlandschaften. Jedes Preludio, jede Gigue, jede Sarabande: ein unverwechselbarer Mikrokosmos, dessen Beschreibung allein viele Zeilen und Absätze füllen würde. Derart hat sich Isabelle Fausts Spiel ins Gedächtnis eingebrannt.

Info Das Konzertprogramm des Museums Villa Rot (Burgrieden) und Karten: Tel: 07392/8335.

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