Garten: Michael Braun kultiviert in seinem Garten exotische Pflanzen

Michael Braun liebt exotische Pflanzen: Bananenstauden, Palmen, Yuccas und ein Feigenbaum wachsen in seinem Reihenhausgarten in Offenhausen.

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    Michael Braun steht nicht in Ecuador, sondern im Garten seines Reihenhauses in Offenhausen. Foto: 
  • Weinreben sind zwar nicht exotisch, aber sie tragen ordentlich Trauben in Offenhausener Südlage. 2/4
    Weinreben sind zwar nicht exotisch, aber sie tragen ordentlich Trauben in Offenhausener Südlage. Foto: 
  • Navelorange am Baum. 3/4
    Navelorange am Baum. Foto: 
  • Die Hanfpalme beeindruckt sogar unter grafischen Gesichtspunkten. 4/4
    Die Hanfpalme beeindruckt sogar unter grafischen Gesichtspunkten. Foto: 
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Hier ist es so schön, ich bräuchte eigentlich gar nicht mehr in Urlaub zu fahren“, sagt Michael Braun. Er liegt im Liegestuhl unter einer Pergola, an der Weinreben ranken, und schaut rüber zu seinen „Lieblingen“, wie er selbst sagt. Dazu gehört zum einen die in diesem Jahr drei Meter hoch gewachsene japanische Faserbananenstaude und die etwa zwei Meter hohe Hanfpalme mit ihren bis zu sechzig Zentimeter breiten gefächerten Blättern.

Die Hanfpalme ist sehr robust und übersteht die kalte Jahreszeit in wintermilden Regionen auch ausgepflanzt im Garten. Denn ihre Heimat ist der Himalaya, wo sie in Höhen bis zu 2500 Metern wächst, sagt Braun. Je nach Wachstumsbedingungen bildet die Palme pro Saison 10 bis 20 neue Blätter, die wie bei allen Palmen zunächst aus dem Herz der Pflanze am oberen Stammende senkrecht austreiben. Danach entfalten sie sich und neigen sich langsam nach unten, während die ältesten Blätter am unteren Ende der Krone nach und nach absterben.

 Brauns Hanfpalme ist zehn Jahre alt, trägt makellose kräftiggrüne Blätter und hat schon – fast wie im Himalaya – Schnee gesehen im Reihenhausgarten in Offenhausen. Im Winter hat Braun dennoch immer seine Wetter-App im Blick, und sollte sich strenger Frost ankündigen, holt er Riesensäcke aus dem Keller, stülpt sie seinen Lieblingen über und stellt als „Heizung“ einen Tontopf mit drei bis vier brennenden Grablichtern drunter.

Der Topf dient zur Stabilisierung, damit die Grabkerzen nicht umfallen und kein Brand entsteht. Geheizt werden muss aber nur bei Temperaturen unter minus 10 Grad. „Das sind normalerweise etwa zehn Nächte im Jahr, wenn’s richtig kalt wird, lege ich noch eine Decke auf den Sack“, erzählt Braun. Außerdem schneidet er zum Winteranfang vor allem bei der Banane die Blätter ab und legt sie auf den Boden zwischen und um die Stämme, um die Wurzeln gegen die Kälte zu schützen. Und zuletzt wird der Stamm etwa einen Meter über dem Boden gekappt.

Im Frühjahr werden die Säcke entfernt, und die Banane schiebt an ihrem sonnenreichen und windgeschützten Standort wieder frische Blätter aus dem Stamm und bildet am Wurzelstock jede Menge Ableger. Zum Blühen und Fruchten schafft sie es nie, „dazu müsste bei uns das Jahr länger sein“, sagt der Exotenexperte. Dafür trägt sein Wein an der Pergola dieses Jahr besser als bei manchem französischen Winzer im Burgund. Die süßen Trauben sind zum Naschen, oder Michael Brauns Frau Andrea kocht Gelee daraus.

Sie hat ebenfalls Freude an den Exoten, wenn sie vor der Haustür frische Zitronen, Orangen und reife Feigen pflücken kann. Denn auch der Feigenbaum ist winterhart und bereits zwei Meter hoch. Ansonsten aber hält Andrea Braun am ursprünglichen Bauerngartenstil des nur rund 70 Quadratmeter großen Gartens fest. Deshalb findet man dort nicht nur einen alten Apfelbaum der Sorte Elstar, „der kaum trägt“, sondern auch Ranunkel- und Schmetterlingssträucher, Rosen, Goldrute, Zinnien, Astern, Dahlien, Hortensien und Oleander.

Nein, halt, der Oleander gehört schon wieder zu Michael Brauns Terrain, „denn ich pflanze aus, was mediterran und exotisch ist, wenn es eingeht, dann ist es halt so“. Allerdings war die Trauer doch groß, als eines Tages die prächtige Vorgänger-Hanfpalme die Wedel hängen ließ. Braun hatte über dieses Exemplar zuvor immer wieder stolz in einem Chat-Exotenforum berichtet. „Dann habe ich eine Weile nicht mehr geschrieben, hätte beinahe mein Hobby aufgegeben“, sagt der 53-jährige.

Er tat es nicht und pflegte weiter seinen Olivenbaum als Andenken an einen Urlaub in Ligurien, eine Yucca mit stattlichem Stamm und einen Baumfarn aus Neuseeland. Braun ist schon viel gereist, war in Italien, Südfrankreich, in Thailand und Tunesien. Aber zu Hause stellte er dann jedes Mal fest, dass seine Pflanzen eben nicht so vom ständigen Meereswind zerfetzt oder von Trockenheit gebeutelt sind.

Hinzu kommt: „Meine Exoten haben keine Schädlinge.“ Denn der Palmrüssler hat es trotz Klimawandel noch nicht bis Offenhausen geschafft.

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