FWG will Schul- und Sportamt trennen

Erst im März hat der Gemeinderat die Sportförderrichtlinien der Stadt verabschiedet, jetzt sollen sie nach dem Willen der FWG wieder geändert werden.

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Die Entscheidung über Sportopia ist, zumindest was den Gemeinderat angeht, gefallen. Was aber nicht heißt, dass das Thema Sportförderung vom Tisch wäre – jedenfalls nicht für die FWG. Denn die Diskussion um das TSG-Vorhaben habe gezeigt, „wie schwierig es für Gemeinderätinnen und -räte ist, so ein Großbauprojekt objektiv zu beurteilen“, schreibt die Fraktion nun in einem Antrag an Oberbürgermeister Gunter Czisch. Darin fordern die Freien Wähler nicht weniger, als dass Schul- und Sportamt getrennt werden und letzteres direkt dem OB unterstellt wird.

Denn: „Bei über 70 Sportvereinen in Ulm ist die Verwaltung überfordert“, sagte Stadtrat Reinhold Eichhorn der SÜDWEST PRESSE. Die Vereine, die mit verschiedenen Projekten ihre Zukunft sichern wollen, gelte es zu Anträgen zu beraten und zu betreuen. Zusätzlich verweist die FWG auf die zahlreichen Landes- und Bundesstützpunkte Ulms und die Gastgeberrolle der Stadt für große Sportveranstaltungen.

Damit nicht genug: Die Fraktion will, dass die erst seit März gültigen Sportförderrichtlinien geändert werden. Jene Richtlinien also, die auch mit Stimmen der FWG den Gemeinderat passiert haben. „Natürlich, wir haben das mit verabschiedet“, gibt Eichhorn zu. Aber die Verwaltung habe die Richtlinien „nicht richtig ausgearbeitet“. Zu schwammig formuliert seien sie, man könne sie „auslegen, wie man will“. Er sieht Großprojekte wie den Orange Campus oder den Sportpark Friedrichsau des SSV Ulm 1846 in Gefahr. Eichhorn sagte, er sei von Anfang an gegen die Deckelung der städtischen Fördersumme gewesen. Sie beträgt 50 Prozent, maximal aber 3 Millionen  Euro. Auch ist die FWG dagegen, dass nur ein Großprojekt pro Sozialraum gefördert wird. Diese zwei Aspekte wollen die Freien Wähler überarbeitet wissen. Möglich ist dies erst nach sechs Monaten, das Thema kommt also frühestens im Herbst auf die Agenda.

Während Eichhorn sich um die Großvereine sorgt, geht es Helga Malischewski explizit um Gerechtigkeit auch für kleine Vereine. Ihr Beispiel: Die Rhythmische Sportgymnastik in Wiblingen, die vielleicht aufgegeben werden müsse. „Da trainieren 50 Kinder, aber weil es kein Stützpunkt ist, gibt es keine Förderung.“

„Die Verwaltung“, sagt Eichhorn zum vorgeschlagenen eigenen Sportamt, „wird nicht damit einverstanden sein. Aber der Souverän ist der Gemeinderat.“ Er glaubt: „Dass sich im Sport etwas ändern muss, werden viele Ratskollegen auch so sehen.“

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