Fun mit McCartens "funny girl"

Bestsellerautor Antony McCarten auf Tour: Im Ehinger Buchladen las er aus seinem neuen Roman "funny girl" über eine muslimische Komikerin.

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Zu Gast im Ehinger Buchladen: Autor Anthony McCarten. Foto: Christina Kirsch

Anthony McCarten zog zu Beginn der Lesung sein Handy aus der Jackentasche und hielt eine Lach-App ans Mikrofon: "Wenn Sie heute nicht lachen müssen, bekommen Sie ihr Geld zurück", schmunzelte der neuseeländische Autor. Wohl wissend, dass er seine Brieftasche nicht wird zücken müssen. Es wurde an dem Abend im Ehinger Buchladen viel gelacht. Und der lässigen Zugewandtheit des 53-Jährigen erlag das überwiegend weibliche Publikum sowieso gerne.

Unterstützt wurde der Bestsellerautor von dem Schauspieler Steffen Nowak, der die Texte auf Deutsch las. Pat Götz saß zwischen den beiden Herren und baute mit ihrem schwäbisch-amerikanischen Humor amüsante Übersetzungsbrücken. "Your Deutsch is really good", lobte McCarten die Ochsenhauser Buchhändlerin, obwohl McCarten kein Deutsch versteht.

Nowak hatte sich unter anderem eine Passage aus McCartens "funny girl" (Diogenes Verlag) herausgesucht, in der die Titelheldin Azime jene Männer vergrault, die ihre Mutter als Heiratskandidaten ausgesucht hat. Azime trifft die Herren in einem Café und schlägt sie mit gespielten, kaum merkbaren, aber umso bedrohlicheren körperlichen Mängeln in die Flucht. Ein leichtes Schielen deutet der Kandidat als bösen Blick.

McCarten siedelt seine Geschichte um das "funny girl" Azime wieder im Kontrast der Kulturen an. Das funktionierte schon in seinem Buch "Englischer Harem" hervorragend. Azime kommt aus einer strengen kurdischen Familie, die in London lebt. Die junge Frau entdeckt ihre Fähigkeit zum Witzeerzählen, besucht heimlich eine Comedy-Schule und tritt in einer Burka auf die Bühnenbretter. Ihre Landsleute finden das gar nicht witzig.

Er sei auf der Suche nach einem neuen, noch nicht da gewesenen Charakter gewesen, erklärte McCarten. Die Figuren sind teilweise überzeichnet und das pralle orientalische Milieu dampft in jeder Ecke nach Körperausdünstungen und Gewürzen. "Es geht um Redefreiheit", erklärte der Autor. Eine Kriminalgeschichte macht die knapp 400 Seiten zusätzlich spannend.

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