Fünfte Sommer-Tanzwoche mit internationalen Dozenten und Teilnehmern

Mit rund 300 Teilnehmern ist die fünfte Sommer-Tanzwoche auch dieses Jahr wieder etwas gewachsen. Im Haus der Begegnung arbeiten internationale Dozenten mit Anfängern und Fortgeschrittenen.

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  • Bis Freitag wollen die Teilnehmer dieses Hip-Hop-Choreografiekurses ein fünfminütiges Programm einstudiert haben. Die erste Minute sitzt bereits, den Rest bekommt Tanzlehrer Deniz Doru (Mitte) auch noch hin. 1/2
    Bis Freitag wollen die Teilnehmer dieses Hip-Hop-Choreografiekurses ein fünfminütiges Programm einstudiert haben. Die erste Minute sitzt bereits, den Rest bekommt Tanzlehrer Deniz Doru (Mitte) auch noch hin. Foto: 
  • Striche können so sexy sein - diese hier zeigen den Kursteilnehmern, wie eine Tanzfigur aussehen soll. 2/2
    Striche können so sexy sein - diese hier zeigen den Kursteilnehmern, wie eine Tanzfigur aussehen soll. Foto: 
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"Arme, Kopf, eight, ha, bum, tip, tip, tip. That's it! Nochmal!" - Es ist 17.38 Uhr und so langsam wird es was mit der Hip-Hop-Choreografie. Deniz Doru, Tänzer, Choreograf und Tanzlehrer aus München, steht vor 22 schwitzenden Frauen, die langsam verstehen, was er von ihnen möchte. Der Boden im Haus der Begegnung ist mit dicker Folie abgeklebt, im großen Saal stehen vier große Spiegel und zwei wuchtige Boxen, dazwischen der quirlige Tanzlehrer. "Wir sind Maschinen und stellen die Musik dar", sagt Doru. Alles klar? Here we go! Bum, tip, tip, tip - ha!

Wie ein immer wiederkehrender Stromschlag treibt der Beat die Tänzerinnen an, schleudert sie ruckartig zur Seite, zieht ihre Oberkörper nach unten, reißt ihre Köpfe nach hinten. Die Choreografie ist auf fünf Minuten angelegt, bis Freitagabend haben Doru und die Tänzerinnen Zeit, dann ist die öffentliche Abschlussvorführung der Sommer-Tanzwoche.

Deniz Doru ist einer von 17 Dozenten, die bei der fünften Sommer-Tanzwoche im Haus der Begegnung Workshops leiten. Das Programm erstreckt sich vom Hip-Hop über Jazz Dance, Flamenco und Tango bis hin zum kreativen Kindertanz und ist durchweg mit renommierten Dozenten besetzt. Doru etwa hat eine Ausbildung an der Ballettakademie Benedict Manniegel in München und zwei gescheiterte Band-Projekte hinter sich, arbeitete für verschiedene TV-Formate und entwickelte Choreografien unter anderem für Andreas Gabalier und Helene Fischer. Dass er jetzt auch noch einen Workshop in Ulm leiten darf, hat er dem Vertrauen von Carlos Demitre zu verdanken.

Der Brasilianer ist der Erfinder und künstlerische Leiter der Sommer-Tanzwoche, hat selbst eine eindrucksvolle Tanzkarriere (bester Tänzer des Jahres 1974 in Brasilien) im Gepäck und sagt: "Ich nehme keine Dozenten, zu denen ich kein Vertrauen habe. Das ist sehr anstrengend." Doru habe er bei einem Workshop in München kennengelernt und als vertrauenswürdig eingestuft.

Seit 15 Jahren veranstaltet Demitre nun schon Workshop-Tage in Ulm. Das erste Jahrzehnt eher informell im Dansarts Ballettcentrum, seit fünf Jahren als Sommer-Tanzwoche im größeren Rahmen - erst im Stadthaus, dann im Haus der Begegnung. Fünf Jahre ist zwar nicht viel, aber offenbar genug, um sich einen guten Ruf aufzubauen. "Wir sind inzwischen soweit, dass sich Lehrer bei uns bewerben", sagt Demitre. Viele müsse er aufgrund des besagten Vertrauensproblems zurückweisen. Das ganze Jahr über arbeite er an dem Programm für Einsteiger und Fortgeschrittene. Mit den 25 international besetzten Workshops sei er auch in diesem Jahr wieder sehr zufrieden.

Auch auf der Besucherseite gibt es keinen Grund zur Klage. "Wir haben mit 100 Teilnehmern angefangen und haben diese Zahl in fünf Jahren verdreifacht", sagt Bettina Pyczak, die Organisatorin hinter der Veranstaltung. Erst als sie dazustieß, ist aus Demitres Workshop-Idee die Sommer-Tanzwoche in ihrer aktuellen Form geworden.

Viele der Teilnehmer seien Stammkunden, Leute aus der Region, die Jahr für Jahr wiederkommen. Dazu gesellt sich inzwischen allerdings auch eine Gruppe von auswärtigen Tänzern, die nur für die Woche anreisen - aus München, aus Kiel, aus dem Ausland. "In diesem Jahr sind die Schweizer sehr stark vertreten", sagt Pyczak. Die meisten Workshops seien bereits ausgebucht.

Mit der Teilnehmerzahl ist auch der Raumbedarf stetig mitgewachsen. Im Haus der Begegnung belegt die Sommer-Tanzwoche inzwischen den großen Saal, den Chor- und den Clubraum. "Wir gehen mit jeder Sommer-Tanzwoche ein finanzielles Risiko ein", sagt Pyczak. Schließlich seien die Workshops ein Privatprojekt der beiden Veranstalter, Fördergelder von der Stadt gebe es keine. Räume und Dozenten werden ausschließlich über die Teilnahmegebühren finanziert.

So auch Deniz Doru. Nach dem 80-minütigen Choreografiekurs sitzt er etwas müde im Foyer. Drei Kurse à 80 Minuten hat er heute gegeben. Nach dem ersten Tag ist eine Minute der Choreografie im Kasten - sieht alles gut aus. Ha, ha, bum bum, tip!

Kursmarathon im Haus der Begegnung

Programm Zwei öffentliche Veranstaltungen begleiten die Tanzwoche. "Auf dem Weg" zeigt die Begegnung junger Frauen mit Cello-Begleitung. Am Donnerstag, 21.30 Uhr, im Haus der Begegnung. Dort präsentieren auch die Kurse am Freitag, 21.30 Uhr, ihre Choreografien. Anmeldung im Internet. Dort steht auch, welche Kurse noch nicht ausgebucht sind: swp.de/sommertanz

 

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