Fünfkämpfer Menck kämpft gegen Altersgrenze für Blutspender

Der Fechter und Moderne Fünfkämpfer Roger Menck (73) kämpft gegen die aus seiner Sicht unsinnige Altersgrenze für Blutspender, die bei 73 Jahren liegt.

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"Ich habe nichts anzubieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß!“ Roger Menck kann zumindest in einer Beziehung mit Winston Churchill mithalten: Der langjährige Fechter und Moderne Fünfkämpfer hat Blut im Angebot – sicherlich auch Schweiß, weil Sport ohne Flecken auf dem T-Shirt ist wie Turnhalle ohne diesen speziellen Pennäler-Geruch. Aber darum soll es nicht gehen, sondern um diesen, wie Goethe schon sagte, ganz besonderen Saft: Blut eben.

Fünf bis sechs Liter dieser Körperflüssigkeit hat jeder Mensch im Umlauf, der eine mehr, der andere weniger, abhängig vom Körpergewicht. Da kann man also leicht was abgeben, anderen, die nach einem Unfall oder einer Operation dringendst Blutkonserven benötigen. Was sind denn schon rund 500 Milliliter, die unter Aufsicht aus einer Vene in der Ellenbeuge fließen. 550 Milliliter, die lebensrettend sein können. Deshalb hat Menck immer schon Blut gespendet. Denn: Jede Spende zählt.

Doch jetzt ist Schluss damit. Das Menck’sche Blut will keiner mehr, also zumindest nicht der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen. Was nicht daran liegt, dass Menck seit neuestem Tattoos oder Piercings trägt – das sind beispielsweise Ausschlusskriterien für Blutspenden. Nein, der ewige Fechter liegt schlicht und einfach über der Altersgrenze für Spender. Er und zu alt? Das hat dem 73-jährigen Vater aller Nichtraucher so deutlich noch niemand gesagt. Ihm, der sich gesund ernährt (das bisschen Hanf, das er als Blätter im Salat oder auch als Müsli zu sich nimmt, ist drogenfrei). Ihm, der bei Europa- und Weltmeisterschaften regelmäßig in den Medaillenrängen zu finden ist. Ihm, dem befreundete Ärzte die Konstitution eines „sehr sportlichen Jungseniors mit höchstens 60 plus“ bescheinigen.

Das Spenderalter sei erst vor wenigen Tagen auf das vollendete 73. Lebensjahr hochgesetzt worden, sagt Dr. Sixten Körper. „Wir müssen ganz generell ein Höchstspenderalter definieren, primär aus Gründen des Spenderschutzes“, erklärt der Abteilungsleiter Blutspende am Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm. Dass individuell betrachtet Menschen durchs Raster fallen,   Senioren also, die mit 73 Jahren noch topfit sind, werde schon kritisch hinterfragt. „Deshalb haben wir das Spenderalter in der Vergangenheit auch  mehrfach angepasst.“ Da Blutspenden eine altruistische Tat sei,  müsse aber eine Spendergefährdung ausgeschlossen werden.

Und Menck? Er ficht weiter seinen Kampf gegen die in seinen Augen „unsinnige Altersgrenze“ und plädiert für eine Ausnahmegenehmigung bis zum 75. Lebensjahr. Ob er und der Transfusionsmediziner jemals Blutsbrüder werden, ist allerdings fraglich.

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