Führerschein gleich dem Richter gegeben

Wegen fahrlässiger Körperverletzung ist ein Mann gestern zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Außerdem ist der Führerschein für einen Monat weg.

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Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit - und schon war er auf der Gegenfahrbahn. Ein junger Mann aus dem Alb-Donau-Kreis hat im März einen Verkehrsunfall auf der Illerbrücke bei Senden verursacht. Gestern ist der 25-Jährige am Amtsgericht Neu-Ulm zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen je 15 Euro verurteilt worden. Den Führerschein hat er gleich nach der Verhandlung beim Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer abgegeben - für einen Monat.

Zu der Verhandlung war es gekommen, weil der Student gegen das im Strafbefehl ausgesprochene Fahrverbot von drei Monaten Einspruch erhoben hatte. Ansonsten bestritt er nicht, einen Fehler begangenen zu haben, der am 5. März zu dem Unfall führte. Was letztendlich die Ursache dafür war, dass er mit seinem Golf GTI zu weit nach links abgekommen ist, wusste er nicht mehr zu sagen. "Vielleicht ist mir die Kontaktlinse verrutscht." Er habe es erst gemerkt, als es schon zu spät war. Er stieß fast frontal mit dem entgegenkommenden Wagen eines 47-Jährigen zusammen. Dieser wurde dabei verletzt. Der Mann starb drei Wochen später - allerdings nicht aufgrund der Verletzungen, die er bei dem Unfall erlitten hatte. Die Obduktion ergab, dass der 47-Jährige an einer Herzkrankheit gelitten hatte. "Da haben sie Glück gehabt", dass der Tod des Mannes nicht ursächlich mit dem Unfall zusammenhängt, sagte Richter Mayer.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 25-Jährigen vor, sich grob verkehrswidrig verhalten zu haben und fordere 30 Tagessätze je 20 Euro als Strafe und einen Monat Fahrverbot. Hier gehe es nicht um einen Fall, bei dem jemand etwas übersehen hat. Auf übersichtlicher Strecke auf die Gegenfahrbahn zu geraten, dürfe nicht passieren.

Ohne den entstandenen Schaden wäre das Verlassen der Fahrspur lediglich mit einer Ordnungswidrigkeit von 20 Euro zu ahnden, entgegnete die Verteidigung. Der 25-Jährige sei nicht als Geisterfahrer zu werten, zumal er nicht ganz auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Grob verkehrswidriges Verhalten liege nicht vor. Der Vorschlag: die Tagessätze auf 10 Euro zu verringern. Richter Mayer wählte den Mittelweg: Tagessätze in Höhe von 15 Euro "für einen mittelschweren Fall".

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