Frohe musikalische Botschaften

Glanzlichter zum Advent: Mit Mozart, Schubert und Puccini leitete die Ulmer Kantorei das neue Kirchenjahr in der Pauluskirche ein.

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Albrecht Haupt dirigierte in der Pauluskirche.  Foto: 

"Adventus Domini" - mit dem ersten Advent beginnt nicht nur die stimmungsvolle Vorweihnachtszeit, das Entzünden der ersten Kerze markiert auch den Beginn des neuen Kirchenjahres. Die Ulmer Kantorei nahm den Sonntag nun zum Anlass für ihr Festkonzert. Unter dem Dirigat von Kirchenmusikdirektor Albrecht Haupt, der am 7. Dezember seinen 86. Geburtstag feiert, kamen in der sehr gut besuchten Pauluskirche drei Werke zur Aufführung, die man in dieser Zusammenstellung wohl noch nie erlebt hat.

Buchstäblich im Zentrum des Konzerts stand Mozarts letzte Sinfonie - in strahlendem C-Dur, ein Inbegriff der Wiener Klassik. Wie oft ist dieses Werk schon aufgeführt worden! Haupt, ein Meister seines Faches, muss sich und seinen Zuhörern nichts mehr beweisen. Ähnlich wie beim späten Karl Böhm vollzog sich auch unter Haupts Händen das Wunder der Musik, das beginnt, wenn man den verzaubernden Klängen ohne Eitelkeit und ohne etwas zu forcieren ihren Raum lässt. Wie ergreifend es dem hoch betagten Maestro gelingt, ein Werk rein für sich sprechen zu lassen, zeigte er gleich von Beginn an bei Schuberts "Magnificat". Nicht nur die Ulmer Kantorei überzeugte bei diesem dreiteilig konzipierten Frühwerk des Österreichers, auch die Solistinnen und Solisten (Maria Rosendorfsky, Sopran, Jolanta Janicka, Alt, Peter Diebschlag, Tenor, und Michael Roman, Bass) gaben im lyrischen Mittelteil ihr Bestes: "Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen" - mit spürbarer Leidenschaft und wohltönenden, festen Stimmen verkündeten die vier Sänger die frohe Botschaft des Lukasevangeliums. Ein gewaltiges "Amen" führte das Werk zu einem effektvollen Schluss und bescherte den Interpreten den ersten großen Applaus.

Im Anschluss daran ließ das Concerto Tübingen gemeinsam mit dem Süddeutschen Bläserensemble die "Jupitersinfonie" mit transparentem Orchesterklang erstrahlen. Das heimliche Glanzlicht des Abends hatten sich Haupt und seine Musiker aber für den Schluss aufgespart: Puccinis "Messa di Gloria". Wer von den Konzertbesuchern tags zuvor dessen "Turandot" im Theater gesehen und gehört hatte, war gut vorbereitet auf dieses Werk, dem man seine opernhaften Züge bereits ablauschen kann, nicht nur in den "Arien", im "Laudamus te" oder im "Et incarnatus", die Diebschlag in typisch italienischem Stil Belcanto-gleich in Szene zu setzen wusste.

Kontrapunktisch-deutsch und sehr "gelehrt" wurde es in der riesigen Fuge auf die Worte "Cum sancto spirito in gloria Dei", bei der der Chor alle Kehlen voll zu tun hatte. Lang anhaltender Applaus war die Belohnung für diese musikalische Eröffnung der Adventszeit.

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