Frischer Apfelsaft als Schulaufgabe

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    Mit der Handpresse wurde Apfelsaft gewonnen unter Aufsicht von Arthur Bittner. Fotos: Volkmar Könneke Foto: 
  • Frisch gepresst schmeckt naturtrüber Apfelsaft am besten. 2/3
    Frisch gepresst schmeckt naturtrüber Apfelsaft am besten. Foto: 
  • Klettern gehört natürlich dazu zum Schulprojekt „Streuobstwiese“. 3/3
    Klettern gehört natürlich dazu zum Schulprojekt „Streuobstwiese“. Foto: 
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Äpfel ernten kann gefährlich sein, denn ein herabfallender Apfel kann eine gewaltige Beule am Kopf verursachen. Und wenn eine ganze Grundschulklasse mit 23 Schülern unter Apfelbäumen herumwuselt, ist die Beulengefahr 23 Mal größer. Aber alles ging gut beim praktischen Unterricht der Klasse 4 a der Jörg-Syrlin-Grundschule. Alle Äpfel landeten in der großen Schüssel, denn die Kinder waren zur Apfelernte in den Hermannsgarten am Kuhberg gekommen, der vom Ulmer Kreisverband des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betreut wird.  

Bereits in der dritten Klasse waren sie regelmäßig mit ihrer Lehrerin Birgit Gängler dort gewesen. Im März beobachteten sie die noch winterliche Streuobstwiese. Bei jedem Besuch erklärte Arthur Bittner, ehrenamtlicher BUND-Mitarbeiter, den Kindern den aktuellen Stand der Wiese und der Bäume und gab ihnen kleine Arbeitsanweisungen. Der pensionierte Lehrer führt beim BUND Naturpädagogikprojekte für Schüler durch. „Früher hatte ich eher mit jungen Erwachsenen zu tun, jetzt mit Grundschulkindern, das ist richtig schön.“

Die Kinder vermerkten ihre Besuche in einem Apfeltagebuch und beschrieben den Stand der Natur je nach Jahreszeit. Und sie suchten sich Patenbäume aus, die sie bis zur Ernte beobachten durften. Jedoch beschäftigen sie sich nicht nur mit Apfelbäumen, sondern auch mit dem Drumherum und beobachteten, was auf der Streuobstwiese kreucht und fleucht.Im Mai hatten die Kinder die Blüte „ihrer Bäume“ bewundert. Im Sommer, kurz vor den Ferien, schauten sie erneut vorbei, zählten schon mal neugierig die Früchte und suchten nach bestimmten Blumen in der blühenden Wiese.

Jetzt im September durfte jedes Kind zu seinem Baum gehen und ernten. Aber was war das? So mancher Baum trug nicht eine Frucht, bei anderen hingen die Äste richtig tief vor lauter rotbackigen Äpfeln. „Dieses Jahr fällt die Ernte wesentlich schlechter aus als in den vergangenen Jahren. Wir haben nur 20 Prozent dessen, was sonst zu pflücken ist“, erklärte Bittner mit der Begründung, dass es im Frühjahr unerwartete Frosttage gegeben hatte.

Trotzdem füllten die Kinder ihre Körbe mit rund 30 Kilo Äpfeln. Sie schnitten sie klein und pressten anschließend frischen Saft heraus. Allerdings reicht die Saftausbeute nur für einen Schluck im Hermannsgarten, denn Bittner hat nur eine Handpresse. Und da bleibt nicht so viel Saft übrig.

Die Kinder genossen die Ernte und arbeiteten in Teams. Einer hielt den anderen fest, der nächste nahm die Äpfel entgegen. Die Kinder organisierten sich selbst – ganz ohne Streit und Gemecker, nur mit dem gemeinsamen Ziel, möglichst viele Äpfel zu sammeln und danach die  Früchte zu genießen. „Die Ernte geht nur im Team, einer alleine kann nicht so viel bewirken. Das haben die Kinder schnell begriffen und arbeiteten zusammen, ohne dass ich etwas sagen musste“, erzählte Birgit Gängler.

Mia (8) und Ardiana (9) sind stolz auf ihren Baum. Er ist groß und hat viele Äste, die voller Äpfel sind. Sie haben sich im Frühjahr diesen Baum ausgesucht und lagen goldrichtig. „Er hat uns gefallen, weil man auf ihn gut klettern kann, weil er dicke Äste hat“, erzählen die Mädchen. Und die  neunjährige Helen meldete sich freiwillig zum Apfelschneiden, ganz ohne Angst, dass sie sich mit dem Messer verletzt. „Zu Hause machen wir jeden Tag Apfelmus mit der flotten Lotte (ein Passiergerät für Früchte), da muss ich helfen.“ Sie liebt den Unterricht in der Natur: „Da lernt man viel und ist an der frischen Luft“, schwärmte sie.

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