Freude und Verdruss über 24-Uhr-Regel an Schwörmontag

Am Schwörmontag darf wieder bis 24 Uhr gefeiert werden. Stadtverwaltung und der Leise-Verein bedauern die Entscheidung, Wirte, der Verein „Stadtemfpinden“ froh über die neue Regel.

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Am Schwörmontag darf wieder bis Mitternacht gefeiert werden.  Foto: 

Wochenlang hatten sich Stadtverwaltung, Wirte, Gemeinderäte und Vereine gestritten, wie der Schwörmontag am 21. Juli 2014 aussehen soll. Im Zentrum der Auseinandersetzung: die 23-Uhr-Regel. Mit ihr hatte die Stadt im vergangenen Jahr erstmals die Sperrstunde für den Ausschank im Freien um anderthalb Stunden vorverlegt.

Der Gemeinderat hat am Mittwoch beschlossen: Dieses Jahr sollen Wirte bis 24 Uhr ausschenken dürfen. Die Stadtverwaltung hatte dem Rat empfohlen, die 23-Uhr-Regel beizubehalten.

Die Reaktionen auf den Beschluss des Gemeinderats fallen vollkommen unterschiedlich aus:

Oliver Gomez, Wirt in der „Vorglühbar“ sagt: „Ich finde es gut, dass der Gemeinderat darüber entschieden hat und nicht die Verwaltung hinter verschlossenen Türen.“ Aus seiner Sicht habe die 23-Uhr-Regel die Situation verschärft, statt sie zu entspannen. „Wir hatten vergangenes Jahr Leute da, die sich kurz vor elf aus dem Leben geschossen haben, weil sich wussten, dass es gleich nichts mehr zu Trinken gibt.“ Mit der jetzt getroffenen 24-Uhr-Regel könnten alle Wirte zufrieden sein, sagt Gomez.

Michael Freudenberg, Betreiber des „Wilden Mann“ pflichtet ihm bei. „Die Entscheidung ist gut, sagt er, „auch wirtschaftlich.“ Ob er nun sein 2013 zurückgefahrenes Angebot im Freien wieder ausbaue, könne er jedoch noch nicht sagen.

Keine ungetrübte Freude herrscht bei „Stadtempfinden“. Der Verein hatte mit einer Online-Petition und Unterschriftenlisten in Läden und Lokalen dafür geworben, die Sperrstunde auf 1 Uhr morgens zu verschieben. „Das ist ein Riesenerfolg“, sagt der Vorsitzende Marcus Bühler. „Aber wir müssen jetzt schauen, dass der Schwörmontag 2014 vernünftig über die Bühne geht.“ Laufe etwas schief, lande der schwarze Peter wieder bei Stadtempfinden. „Dann kann die Stadt sagen: ’Seht ihr, das habt ihr jetzt davon.’“

Wenig Begeisterung empfindet Ursula Girmond vom Verein „Leben in der Stadt (Leise)“. „Wir halten die Entscheidung für nicht gut“, sagt sie. Warum stimmt der Gemeinderat gegen die 23-Uhr-Regel, wenn sich doch Polizei und Stadtverwaltung dafür aussprechen, fragt sie sich. „Aber es war klar, dass die Interessen der Wirte höher gehängt werden, als die der Besucher und Anwohner“, sagt Girmond.

Tatsächlich muss die Stadt ihre Pläne für den Schwörmontag nun neu ausrichten, wie Rainer Türke von der Abteilung Sicherheit und Ordnung sagt. „Es war ja schon fast abzusehen, dass es so kommt. Wir müssen uns nun eben auf die neue Lage einrichten.“

Außerdem prüft die Verwaltung im Auftrag des Gemeinderats, wie am Schwörmontag 2014 mit Glasflaschen und Schnaps umgegangen werden soll. Können die Kontrollen verstärkt werden? Ist es möglich den Ausschank von Hochprozentigem im Freien zu verbieten? „Wir werden schauen, ob das rechtlich möglich ist und auch wie andere Städte mit ähnlichen Situationen verfahren“, sagt Türke.

Bis ein Ergebnis dieser Prüfung vorliegt, könnten sicher einige Wochen verstreichen.

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